Deutsche Bahn beginnt mit Überprüfung der Eifelquerbahn

Kyllbrücke mit Mitarbeiter der Deutschen Bahn

Nach der anfänglich sehr zurückhaltenden Reaktion der Deutschen Bahn in Bezug auf eine mögliche Nutzung der Eifelquerbahn im Rahmen des Wiederaufbaus der Eifelstrecke, gibt es nun doch erste Aktivitäten in diese Richtung. So sind seit einigen Tagen Mitarbeiter der DB Netz AG mit der Überprüfung der Kyll-Brücke bei Pelm beschäftigt. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Instandsetzung der nach dem 2. Weltkrieg nur als Behelfsbrücke wiederaufgebauten Kyll-Brücke bei Pelm, welche seit einem TÜV-Gutachten aus dem Jahr 2014 als problematisch gilt.

„Leider wurde es in den letzten 75 Jahren versäumt, dieses Provisorium durch einen Neubau zu ersetzen“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. Dieser vermeintliche Nachteil könnte sich nun aber als Vorteil für die anstehende Sanierung erweisen: „Die modulare Bauweise von Behelfsbrücken macht eine Instandsetzung einfacher. Wir haben bereits im Jahr 2019 mit einem Brückenbauingenieur über konkrete Vorschläge zur Sanierung der Pelmer Brücke gesprochen“, so Michels.

Güterzug im Dezember 2012 auf der Kyllbrücke bei Pelm

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten kann mit der Bergung der in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge begonnen werden. „Alleine die vier in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge der DB Regio NRW dürften zusammen einen Wert von mehr als 16 Millionen Euro haben. Ohne eine Bergung über die Eifelquerbahn würde man diese nach Wiederherstellung der Eifelstrecke nur noch für teures Geld entsorgen können“, so Jens Wießner, Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins. Ähnlich sähe es dann auch für die durch die Flutkatastrophe beschädigten Fahrzeuge der Vulkan-Eifel-Bahn aus.

Nach der Bergung der Fahrzeuge gilt es, schnellstmöglich die Wiederherstellung der Eifelstrecke in Richtung Birresborn anzugehen, befindet sich doch in diesem 7 Kilometer langen Abschnitt die Verladestelle „Gerolstein Basalt“, von der aus der zum Wiederaufbau benötigte Gleisschotter direkt auf die Bahn verladen werden kann. Beim Wiederaufbau gilt es auch, die Eifelstrecke fit für die Zukunft zu machen und bereits heute die notwendigen Voraussetzungen für die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau zu schaffen.

„In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits einen Beschluss des nvr (Nahverkehr Rheinland) mit der konkreten Forderung, sowohl die Elektrifizierung als auch den zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke beim Wiederaufbau zu berücksichtigen, um so die Attraktivität der Eifelstrecke nachhaltig zu verbessern. Aber auch aus Rheinland-Pfalz werden ähnliche Forderungen immer lauter“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins. „Wir stehen aktuell im Austausch mit den Bundestagskandidaten sowie den Landes- und Kommunalvertretern. Der zukunftssichere Wiederaufbau der Eifelstrecke wird auch hier als dringliche Forderung angesehen und auch die Einbeziehung der Eifelquerbahn für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelstrecke ist durchweg auf positive Resonanz gestoßen“, so Wießner weiter.