Krombacher Spendenaktion 2024

Jetzt eure Stimme für den Eifelquerbahn-Verein abgeben

Als Verein sind wir bei unserer Arbeit auf Unterstützung durch Spenden angewiesen. Wir haben uns daher u.a. bei der diesjährigen Krombacher Spendenaktion beworben, bei der in einem öffentlichen Voting-Verfahren je 2.500€ an 50 Vereine vergeben werden.

Wir bitten daher alle Unterstützer der Eifelquerbahn ihre Stimme unter nachfolgendem Link für uns abzugeben.

https://nachhaltigkeit.krombacher.de/gesellschaft/spendenaktion-2024/spendenabstimmung?club=eifelquerbahn-ev

Zur Stimmabgabe ist eine Registrierung mit Namen, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse erforderlich. Wer keine Newsletter von Krombacher erhalten möchte, hat die Möglichkeit seinen Account nach Ende der Aktion wieder zu löschen.

Bundesverkehrsministerium spricht sich für Eifelquerbahn-Reaktivierung aus

Die erneuten Verzögerungen beim Wiederaufbau der Eifelstrecke nahm der Eifeler CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder zum Anlass, sich mit einer schriftlichen Anfrage an das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) zu wenden, um in Erfahrung zu bringen, welche Maßnahmen die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG ergreifen will, damit es künftig nicht zu weiteren Verzögerungen beim Wiederaufbau und der Elektrifizierung der Eifelstrecke kommt. In seiner Antwort verwies der Parlamentarische Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr Michael Theurer darauf, dass auch im Rahmen der Elektrifizierungsarbeiten mit weiteren Einschränkungen zu rechnen sei, man aber das Ziel verfolge, diese so gering wie möglich zu halten. In diesem Zusammenhang habe das BMDV auf Basis des positiven Ergebnisses der im September dieses Jahres vorgestellten Machbarkeitsstudie die Reaktivierung der Eifelquerbahn als Ausweichtrasse im Personen-, Güter- und Baustellenverkehr vorgeschlagen.


SWR Nachrichten vom 14. Dezember 2023 um 19:30 Uhr

„Aus den ursprünglich geplanten anderthalb Jahren für den Wiederaufbau der Eifelstrecke werden nun mindestens drei Jahre und es ist noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen die geplanten Sanierungen der Hochleistungskorridore auf die Elektrifizierung der Eifelstrecke haben werden. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass das BMDV die positive Machbarkeitsstudie zur Eifelquerbahn-Reaktivierung zum Anlass genommen hat, die Reaktivierung der Eifelquerbahn vorzuschlagen“, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Neben dem BMDV widmete sich jüngst auch der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel dem Thema Eifelquerbahn-Reaktivierung. Eine von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Resolution zur Eifelquerbahn-Reaktivierung wurde vom Kreistag an den Ausschuss Klimaschutz, Mobilität und Infrastruktur verwiesen. Landrätin Julia Gieseking (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf „einen Stapel unbeantworteter Schreiben“ der Kreisverwaltung an die rheinland-pfälzischen Klimaschutz- und Mobilitätsminister Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen). Der CDU-Landtagsabgeordnete Gordon Schnieder machte deutlich, dass er beim Thema Finanzierung das Land in der Verantwortung sieht. Von der scheidenden SPD-Landtagsabgeordneten Astrid Schmitt kam der Vorschlag, anstatt der Resolution einen gemeinsamen Termin der Landrätin und der drei Landtagsabgeordneten des Vulkaneifel-Kreises bei Mobilitätsministerin Katrin Eder anzustreben, um so im direkten Gespräch auf die Umsetzung des bereits seit dem Jahr 2009 bestehenden Beschlusses zur Eifelquerbahn-Reaktivierung zu drängen.

Eine alternative Nutzung der Eifelquerbahn, z.B. als Radweg, scheidet zumindest aus. So haben Bundestag und Bundesrat das von der Beschleunigungskommission Schiene vorgeschlagene Entwidmungsverbot für Schienenstrecken durch eine Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes umgesetzt. Der Erhalt von Eisenbahninfrastruktur liegt nun im überragenden öffentlichen Interesse. Somit ist sichergestellt, dass die Trasse der Eifelquerbahn auch zukünftig der ausschließlichen Nutzung als Eisenbahnstrecke gewidmet bleibt.

„Es liegt nun an der rheinland-pfälzischen Mobilitätsministerin Katrin Eder, den Vorschlag des BMDV aufzugreifen und das Gespräch mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing und der Deutschen Bahn AG zu suchen. Dies hätte bereits vor zwei Jahren geschehen müssen, hatte die Deutsche Bahn damals doch bereits die entsprechenden Vorarbeiten geleistet. Stattdessen hat man wertvolle Zeit verstreichen lassen“, kritisiert Wießner die ungenutzte Chance nach den Überführungsfahrten im Januar 2022.

Pressemitteilung des Eifelquerbahn e. V. vom 14. Dezember 2023

Verein bietet ehrenamtlichen Eifelquerbahn-Freischnitt an – Entscheidung liegt bei DB Netz AG

Komplett von Brombeerranken überwuchertes Gleis, hohes Gras und Birken – Beim Blick auf die Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch und Ulmen braucht es heute schon einiges an Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass Anfang 2022 innerhalb weniger Tage mehrere schwere Züge über die Eifelquerbahn gefahren sind. Wegen der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 war die Eifelstrecke von Trier nach Köln in weiten Teilen zerstört und ist seither nur abschnittsweise befahrbar, was sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern wird. So erwies es sich als Glücksfall, dass die Eifelquerbahn das Jahrhunderthochwasser unbeschadet überstanden hatte und die in Gerolstein „gefangenen“ Fahrzeuge der DB Regio und der Vulkaneifelbahn (VEB) über diese wertvolle West-Ost-Verbindung via Daun und Kaisersesch evakuiert werden konnten. Einige hunderttausend Euro investierte die DB Netz AG damals in den Freischnitt der stillgelegten, aber intakten Strecke. Die Fahrten der langen Evakuierungszüge über die freigeschnittene Bahnlinie im Jahr 2022 verliefen dann auch ohne Probleme. Seither ist die Strecke wieder in den Dornröschenschlaf zurückgefallen und die Natur erobert die Eifelquerbahn langsam wieder zurück.

Mit der seit Ende September vorliegenden positiven Machbarkeitsstudie zur Eifelquerbahn-Reaktivierung sind die Chancen deutlich gestiegen, die Strecke mit einem attraktiven Nahverkehrsangebot im regulären Personennahverkehr wieder in Betrieb zu nehmen. Doch bis es so weit ist, werden noch etliche Jahre ins Land gehen, während die vorhandene Infrastruktur weiterhin ungenutzt bleibt. Doch dies muss nicht so sein.

„Wir stehen seit einiger Zeit mit der DB Netz AG in Kontakt und beabsichtigen in einem ersten Schritt den Freischnitt der Eifelquerbahn von Kaisersesch nach Ulmen. Ehrenamtlich, wie schon beim Freischnitt des Industriestammgleises in Kaisersesch. Hierzu bedarf es einer entsprechenden Vereinbarung, wie es sie bereits bei zahlreichen anderen stillgelegten Strecken im Besitz der DB Netz AG gibt. Diese würde uns Vegetationsarbeiten im Gleisbereich ermöglichen und die DB gleichzeitig aus der Haftung der von uns ehrenamtlich durchgeführten Arbeiten befreien. Eine diesbezügliche Vereinbarung liegt den Verantwortlichen im zuständigen Regionalbereich Mitte vor, und bei einer entsprechenden Zustimmung könnten wir noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner. Noch aber ziert man sich bei der DB Netz AG, der Anfrage stattzugeben. Dennoch ist man von Vereinsseite optimistisch, diesbezüglich zu einer Einigung zu gelangen. Denn wie der Eifelquerbahn-Machbarkeitsstudie zu entnehmen ist, soll im Falle einer Reaktivierung der Eifelquerbahn nicht der kostspielige DB-Standard, sondern der günstigere NE-Standard (NE = Nichtbundeseigene Eisenbahnen) zur Anwendung kommen. Somit scheidet die DB Netz AG bzw. die ab 2024 zuständige Nachfolgerin DB InfraGO AG als zukünftige Betreiberin der reaktivierten Strecke aus.

„Schon im Jahr 2008 wurden knapp 3 Millionen Euro an Steuergeldern in die Sanierung des Streckenabschnitts Kaisersesch – Ulmen investiert, dementsprechend befindet sich dieser auch heute noch in einem guten Zustand. Dies hatte die DB Netz AG bereits 2019 im Rahmen der Streckenausschreibung bestätigt. Daher sehen wir gute Chancen, diesen Streckenabschnitt im Rahmen von Wochenendverkehren in Zusammenarbeit mit einem privaten Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) zeitnah wieder in Betrieb zu nehmen. Auch im weiteren Verlauf bis Daun sind bisher keine größeren Probleme bekannt. Diesbezüglich haben wir bereits erste Gespräche mit dem zuständigen rheinland-pfälzischen Mobilitätsministerium geführt. Von Seiten der Staatsministerin Katrin Eder wurde die Begleitung entsprechender Pachtgespräche mit der DB Netz AG durch das Ministerium in Aussicht gestellt“, so Wießner weiter. Erst einmal bedarf es aber der fachmännischen Inaugenscheinnahme der Gleisanlagen und Bauwerke, was wiederum den vom Verein beabsichtigen Streckenfreischnitt voraussetzt. Beim Verein Eifelquerbahn e. V. geht man davon aus, dass die DB Netz AG wenig Interesse daran haben dürfte, weiter Geld für eine Infrastruktur aufzuwenden, von der auf absehbare Zeit keine größeren Einnahmen zu erwarten sind und die sie bei der geplanten Reaktivierung ohnehin nicht betreiben wird. Dementsprechend wäre der Verkauf oder die Verpachtung der Strecke für den DB-Konzern die „günstigste“ Lösung. „Wir sind bereit, hier wieder in Vorleistung zu gehen, um im wahrsten Sinne des Wortes den Weg für eine Betriebsaufnahme im Rahmen von Wochenendverkehren freizumachen. Die Entscheidung darüber liegt nun bei den Verantwortlichen der DB Netz AG“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins.

Pressemitteilung des Eifelquerbahn e.V. vom 20. November 2023

Weitere Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke – Planungen zum zweigleisigen Ausbau in Nordrhein-Westfalen schreiten voran

Was sich beim Blick in die Fahrplanauskunft auf www.bahn.de bereits angedeutet hatte, wurde jetzt durch den Zweckverband go.Rheinland bestätigt: Erneut verschiebt sich die Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke zwischen Gerolstein und Nettersheim. Als Grund nennt die DB Netz AG „bestehende Ressourcenengpässe und fehlende Verfügbarkeiten der Signalbauindustrie“. Von Seiten der DB Regio AG geht man aktuell davon aus, erst Ende 2024 den Gesamtbetrieb zwischen Kall und Gerolstein wieder aufnehmen zu können. Doch auch dies erscheint mehr als fraglich, wie die weiter fortschreitenden Planungen zur Elektrifizierung der Eifelstrecke zeigen.

Los geht es im Sommer 2024 mit der bereits angekündigten mehrmonatigen Sperrung der Eifelstrecke in Nordrhein-Westfalen, welche vom 08. Juli bis 02. September den Abschnitt von Nettersheim bis kurz vor Gerolstein betrifft, in Abhängigkeit vom Fortschritt der Arbeiten zum Wiederaufbau. Ab dem 02. September folgt der Streckenabschnitt bis Trier-Ehrang. Während dieser bis zum 09. Februar 2025 andauernden Streckensperrung sollen zahlreiche Brückenbauwerke für die Elektrifizierung angepasst bzw. durch Neubauten ersetzt werden, wie die von der DB Netz AG beauftragte Firma Adolf Lupp auf ihrer Homepage meldet. Dies hätte auch Auswirkungen auf den Betrieb im Bahnhof Gerolstein, welcher laut den aktuellen Planungen somit für rund 5 Monate nicht angefahren werden könnte. Ab 06. Januar 2025 erfolgt für rund 5 Monate eine erneute Sperrung der Strecke in Richtung Euskirchen, so dass Anfang 2025 für einen Monat nahezu der komplette Verkehr auf der Eifelstrecke ruht. Des Weiteren werden bereits ab 10. Dezember 2023 die beiden Verbindungen Trier – Gerolstein um 4:35 Uhr und Gerolstein – Trier um 21:03 Uhr aufgrund der Bauarbeiten zur Elektrifizierung der Eifelstrecke gestrichen.

Neben den Arbeiten zur Elektrifizierung der Eifelstrecke sind für das Jahr 2024 auch der Neubau mehrerer barrierefreier Bahnsteig-Anlagen zwischen Auw an der Kyll und Densborn geplant. Für den Umbau der Fußgängerüberführung am Bahnhof Gerolstein wird nach aktuellen Schätzungen mit einer Bauzeit von rund 12 Monaten gerechnet. Für die Anhebung des Überbaus müssen die Widerlager, Stützen, Treppen und Aufzüge sowohl zu den Bahnsteigen als auch am Bahnhofsgebäude angepasst werden. Damit stünde im Bahnhof Gerolstein einzig das aktuell noch nicht wieder in Betrieb genommene Gleis 1 für den Personenverkehr zur Verfügung.

Während zuletzt Zweifel am zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke in Rheinland-Pfalz aufkamen, treibt Nordrhein-Westfalen (NRW) die entsprechenden Planungen weiter voran. So wurde mittlerweile die Machbarkeitsstudie zum zweigleisigen Ausbau des rund 10 Kilometer langen Abschnitts von Kall nach Nettersheim in NRW erfolgreich abgeschlossen. Hierfür werden rund 33,5 Millionen Euro veranschlagt. Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Eifelstrecke plant man in Nordrhein-Westfalen darüber hinaus den Bau zusätzlicher Überleitstellen, welche bei Störungen auf einem der beiden Richtungsgleise einen Wechsel auf das Gegengleis und somit zumindest einen eingleisigen Betrieb ermöglichen. Auch der Ausbau des Eisenbahnknotens Euskirchen schreitet weiter voran. So laufen bereits die Planungen zur Elektrifizierung der erst in diesem Jahr im Stundentakt reaktivierten Eifel-Bördebahn von Euskirchen nach Düren.

„Nordrhein-Westfalen treibt den Ausbau des Schienennetzes in der Eifel durch Reaktivierungen und den zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke mit Nachdruck voran, dagegen steht Rheinland-Pfalz (RLP) bei den die Eifelregion betreffenden Schienenprojekten auf der Bremse. Ohne den Wiederaufbau des zweiten Gleises auf einigen Abschnitten zwischen Oberbettingen und Trier-Ehrang in RLP ist eine Umsetzung der geplanten Angebotsverbesserungen auf der Eifelstrecke aber nicht möglich. Einige aus Köln kommende Züge könnten daher aufgrund dieses Infrastruktur-Engpasses in RLP bereits in Nettersheim enden und somit Gerolstein abgekoppelt werden.

Auch die Wiederanbindung Gerolsteins in Richtung Koblenz über eine reaktivierte Eifelquerbahn und die geplante Direktverbindung aus der Kreisstadt Daun nach Trier hängen trotz des positiven Ergebnisses der Nutzen-Kosten-Untersuchung zur Reaktivierung dieser wichtigen Ost-West-Verbindung weiter in der Schwebe. Ungeachtet der Tatsache, dass sich die Reaktivierung der in Andernach an die linke Rheinschiene anschließenden Eifelquerbahn im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung wiederfindet, verzögert das zuständige Mobilitätsministerium die Wiederinbetriebnahme durch ein nachträglich eingeführtes Ranking-Verfahren. Wir erwarten vom Mobilitätsministerium, getreu dem Koalitionsvertrag die Reaktivierung der Eifelquerbahn voranzutreiben und darüber hinaus auch den zwingend erforderlichen zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke mit Nachdruck anzugehen“, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Pressemitteilung des Eifelquerbahn e. V. vom 03. November 2023

Vorstellung der Nutzen-Kosten-Untersuchung zur Reaktivierung der Eifelquerbahn Kaisersesch – Gerolstein

Donnerstag, 28.09.2023, 19:00 – 20:30 Uhr

Treffpunkt: FORUM DAUN, Daun

Die Reaktivierung der Eifelquerbahn hat mit dem novellierten GVFG des Bundes frische Chancen bekommen. In welchem Verhältnis Kosten und Nutzen stehen, wurde durch ein Gutachten mit aktuellen Daten auf Basis des einheitlichen Modells des Bundes ermittelt. Das Gutachten liegt nun vor. Die Ergebnisse des Gutachtens werden der Öffentlichkeit am 28.09.23 im FORUM DAUN gerne vorgestellt. Daran schließt sich dann eine Diskussion an.

 

Die Präsentation steht jetzt auf der Homepage des Zweckverband SPNV Nord zum Download bereit:

Vorstellung Nutzen-Kosten-Untersuchung der Eifelquerbahn am 28.09.2023 in Daun- SPNV-Nord

Modernisierung der Eifelstrecke – Durchgehende Züge über Gerolstein nicht vor Spätsommer 2026

Die Modernisierung der Eifelstrecke nimmt langsam Fahrt auf. Noch in diesem Jahr soll die Modernisierung der Stationen in Densborn, Daufenbach, Philippsheim und Speicher beginnen, weitere werden in den kommenden Monaten folgen. Für das Jahr 2024 ist der Neubau mehrerer Brückenbauwerke zwischen Gerolstein und Trier geplant. Auch der Aufbau der Oberleitungsmasten soll 2024 starten. Hierzu ist geplant, die nächtliche Streckenruhe bis ins Jahr 2027 auf 8 Stunden auszudehnen. Die trotz wiederholter Hinweise für die Elektrifizierung zu niedrig gebaute neue Fußgängerüberführung im Bahnhof Gerolstein soll in der 2. Jahreshälfte 2025 angehoben werden. Darüber hinaus stehen an einer Vielzahl von Bauwerken noch weitere, umfangreiche Arbeiten an, um die Eifelstrecke fit für die Zukunft zu machen. Aktuell bedeutet dies aber erstmal weitere Einschränkungen.

„Leider lagen wir mit unserer ersten Einschätzung falsch. Nach den aktuell bekannten Planungen zu den anstehenden Streckensperrungen, welche die Deutsche Bahn AG (DB) in ihrem Ausschreibungsportal veröffentlicht hat, wird es nicht bis 2025, sondern bis Ende August 2026 dauern, bevor die Eifelstrecke wieder durchgängig befahrbar sein wird. Bei einem planmäßigen Abschluss der Bauarbeiten zwischen Gerolstein und Kall zum Ende des 2. Quartals 2024 folgt unmittelbar die zweimonatige Streckensperrung zu den Sommerferien in NRW, während zwischen Gerolstein und Trier im gleichen Zeitraum mehrere Brückenbauwerke durch Neubauten ersetzt werden sollen. Damit wäre Gerolstein schon wieder eingeschlossen“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner. Ein Umstand, den man von Seiten der DB eigentlich verhindern will, denn nur in Gerolstein stünden ausreichend Abstellgleise und eine Tankstelle zur Verfügung. „Gerolstein nicht einkesseln“, heißt es daher in den Unterlagen der DB. Dass Gerolstein einen wichtigen Stützpunkt zum Wiederaufbau der Eifelstrecke darstellt, hatte der Eifelquerbahn-Verein bereits unmittelbar nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021 betont und sich intensiv für die Anbindung von Gerolstein über die aktuell stillgelegte Eifelquerbahn eingesetzt, über welche dann schlussendlich auch im Januar 2022 die in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge in Richtung Andernach evakuiert werden konnten. Doch eine weitere Nutzung der Eifelquerbahn lehnte die DB kategorisch ab. „Wir haben die Erwartung, dass wir mit der Eifelstrecke schneller fertig sind als die Reaktivierung der Eifelquerbahn einen positiven Effekt zeigen würde“, hieß es noch 2021 vom DB-Konzernbevollmächtigten Dr. Klaus Vornhusen hierzu.

„Eine grobe Fehleinschätzung von Seiten der Verantwortlichen im DB-Konzern. Bisher ist es der DB beim Wiederaufbau der Eifelstrecke in Rheinland-Pfalz nicht gelungen, auch nur einen der ursprünglich genannten Termine einzuhalten. Immer wieder gab es neue, teils gravierende Probleme, wie z.B. mit der Standfestigkeit einer Brücke bei Birresborn. Wenn sich dann ab Juni 2024 eine Streckensperrung an die nächste reiht, und dies dann auch noch wechselweise in den Streckenabschnitten Trier – Gerolstein und Gerolstein – Köln, sind die nächsten Probleme schon vorprogrammiert. Schon eine Verzögerung reicht aus, um den gesamten Ablauf durcheinander zu bringen, wenn die Baufirmen Gerolstein nicht mehr über die Schiene erreichen bzw. verlassen können“, so der neue Vorsitzende von PRO BAHN Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Noah Wand.

Aber natürlich spielt die Bahnanbindung auch für den Tourismus eine wichtige Rolle. Hier gab es bereits im vergangenen Jahr Klagen über die schlechte Erreichbarkeit der Region, und mit einer Besserung ist hinsichtlich der nun veröffentlichten Planungen in den nächsten Jahren auch nicht zu rechnen. Beides Argumente, die für die Eifelquerbahn sprechen, zumal sich die Reaktivierung der Eifelquerbahn auch im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung wiederfindet. Daher sind sich Wand und Wießner einig, so wie es 2022 sinnvoll war, die Eifelquerbahn zur Bergung der nach der Flut gestrandeten Fahrzeuge aus Gerolstein zu nutzen, so ist es jetzt auch sinnvoll, die Eifelquerbahn für den Wiederaufbau der Eifelstrecke zu nutzen. Dies war letztes Jahr sinnvoll und dies ist auch für die nächsten Jahre sinnvoll. Doch bisher blockiert die DB jedwede Bemühungen in dieser Richtung.

„Am Geld kann es nicht liegen, schließlich war man in der Lage, rund eine halbe Millionen Euro in die Eifelquerbahn zu investieren, um, wie die DB immer betonte, eine ‚einmalige‘ Nutzung der Strecke zur Bergung der Fahrzeuge aus Gerolstein zu ermöglichen. Das ‚einmalig‘ nicht ausreichend war, sollte mittlerweile allen Beteiligten klar sein. Im Juli 2021 erklärten Gerd-Dietrich Bolte (Leiter Infrastrukturprojekte Region Mitte der DB Netz AG) und Dr. Klaus Vornhusen (DB-Konzernbevollmächtigter) der versammelten Presse sowie Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim gemeinsamen Termin in Gerolstein, dass eine Nutzung der Eifelquerbahn nicht möglich und auch nicht nötig sei. In beiden Punkten lag man offensichtlich falsch. Wir laden die Vertreter der DB Netz AG zu einem erneuten Besuch nach Gerolstein ein, um zu erklären, warum trotz dieser offensichtlichen Fehleinschätzung bis heute die Eifelquerbahn nicht wieder als öffentliche Eisenbahninfrastruktur in Betrieb genommen wurde. Sowohl im Hinblick auf eine pünktliche Inbetriebnahme der elektrifizierten Eifelstrecke zum Dezember 2026 als auch der Unterstützung des für die Region so wichtigen Tourismus ist dieser Schritt längst überfällig“, so Wand und Wießner.

Pressemitteilung vom Eifelquerbahn e. V. und dem Fahrgastverband PRO BAHN Rheinland-Pfalz / Saarland e. V. vom 10. Juli 2023

Erneute Verzögerungen auf dem Weg zur Eifelquerbahn-Reaktivierung

Wie sagt ein altes Sprichwort doch so schön, „gut Ding will Weile haben“. Das gilt im besonderen Maße auch für die Machbarkeitsstudie und Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) zur Eifelquerbahn-Reaktivierung, welche der Zweckverband SPNV Nord bereit vor 3 Jahren auf den Weg gebracht hat. Nach einigen Verzögerungen, bedingt durch die fehlende Neufassung der Bewertungskriterien durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, hätten eigentlich im September 2022 die Ergebnisse zur NKU vorliegen sollen. Nach aktuellem Stand dürfte es aber noch mindestens bis September 2023 dauern, bevor ein Ergebnis endlich offiziell vorgestellt werden kann. Gut 25 Jahre nach der ersten Machbarkeitsstudie.

Schon in dieser ersten Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 1998 konnte der notwendige volkswirtschaftliche Nutzen einer Eifelquerbahn-Reaktivierung nachgewiesen werden, womit das Vorhaben generell förderfähig durch das Land war. Daraufhin wurde im Jahr 2000 der Betrieb zwischen Mayen und Kaisersesch wieder aufgenommen. Im Jahr 2009 folgte die nächste Machbarkeitsstudie, diese bestätigte abermals den volkswirtschaftlichen Nutzen einer bis Gerolstein durchgehenden Reaktivierung der Eifelquerbahn, woraufhin der Zweckverband die für den nächsten Schritt notwendige Entwurfsplanung offiziell beauftragte.

Im Vergleich zur 2009er Machbarkeitsstudie wurden für die Entwurfsplanungen allerdings die Rahmenbedingungen geändert, was zu einer regelrechten Kostenexplosion führte, wodurch die Reaktivierungskosten erstmals deren Nutzen überstiegen. Maßgeblich verantwortlich für die gestiegenen Kosten war zum einen die Forderung nach einer aufwendigen Sicherung aller Feldwege, auf welche man aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens nach Aussage des Eisenbahn-Bundesamt hätte verzichten können. Darüber hinaus wurde nun eine Befahrbarkeit für schwere Güterzüge gefordert, welche primär auf Hauptstrecken verkehren, kaum aber auf der Eifelquerbahn. Auf Basis der damaligen Planungen sprach sich der Dauner Kreistag im Jahr 2012 daher mehrheitlich gegen eine Reaktivierung der Eifelquerbahn aus.

„In all der Zeit wurde der Öffentlichkeit ein überaus wichtiges Detail verschwiegen. So waren die zugrunde liegende Planungen derart mangelhafter Qualität, dass sich der Zweckverband mit Zustimmung des Landes weigerte, diese abzunehmen, wie uns vorliegende Unterlagen zeigen. Es ist eigentlich ein handfester Skandal, dass die Verantwortlichen von Land und Zweckverband damals keine realistische Neuplanung in Auftrag gegeben haben, sondern das Projekt einer SPNV-Reaktivierung der Eifelquerbahn vor über 10 Jahren einfach ad acta gelegt haben. Stattdessen warten wir nun seit rund 3 Jahren auf die nächste Machbarkeitsstudie“, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Doch selbst wenn im September mit der neuen Machbarkeitsstudie zum wiederholten Male ein volkswirtschaftlicher Nutzen einer Eifelquerbahn-Reaktivierung nachgewiesen würde, bedeutet dies noch lange kein grünes Licht für das Projekt, denn das seit 2021 zuständige Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) hat zwischenzeitlich neue Leitlinien für die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken festgelegt. So wird über das weitere Vorgehen erst entschieden, wenn alle beauftragten NKU für ganz Rheinland-Pfalz vorliegen und durch das MKUEM eine Priorisierung der Projekte vorgenommen wurde. Doch wann dies der Fall sein wird, ist bisher nicht bekannt.

„Wir rechnen im Laufe des kommenden Jahres mit der Fertigstellung der Ausarbeitung durch das zuständige MKUEM. Erst dann werden wir wissen, auf welchen Platz sich die Eifelquerbahn in diesem Ranking wiederfinden wird. Im ungünstigsten Fall könnte die Reaktivierung, trotz der dritten positiven Machbarkeitsstudie, aufgrund einer schlechten Platzierung in weite Ferne rücken. Doch selbst im günstigsten Falle kann sich die SPNV-Reaktivierung zwischen Kaisersesch und Gerolstein noch bis in die 2030er Jahre hinziehen. Allein die vertiefenden Planungen, die Beantragung der Finanzmittel beim Bund sowie die Ausschreibungen werden noch Jahre in Anspruch nehmen. Egal wie man es dreht und wendet, der Stillstand, welcher auf Basis nachweislich mangelhafter Daten herbeigeführt wurde, besteht zum Nachteil der Region Vulkaneifel am Ende viel zu lange“, so Wießner.

Dabei wäre zumindest zwischen Kaisersesch und Daun eine kurzfristige Betriebsaufnahme für ein auf den Freizeitbereich ausgerichtetes SPNV-Angebot möglich. So wurden 2008 knapp 3 Millionen Euro in die umfassende Erneuerung des Streckenabschnitts Kaisersesch – Ulmen investiert, doch nach gerade einmal 5 Jahren mussten die damaligen Touristikverkehre eingestellt werden. Zur Vorbereitung der Überführungsfahren im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bahn AG weitere Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Dennoch können im aktuellen Zustand noch keine Züge fahren, denn dazu muss die Strecke erst auf ein für den regulären Betrieb erforderliches Maß freigeschnitten werden, ferner müssen die turnusmäßigen Bauwerksprüfungen erfolgen und einige noch zwingend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Bisher fehlt in Rheinland-Pfalz allerdings ein entsprechendes Förderprogramm, mit dem das Land Instandhaltungsmaßnahmen an Strecken mit einem positiven Nutzen-Kosten-Verhältnis finanzieren könnte. Mit begrenzten, zielgerichteten Instandhaltungsmaßnahmen ließen sich größere und kostspielige Schäden vermeiden, was sich wiederum positiv auf die Reaktivierungskosten auswirken würde. So verhindert ein regelmäßiger Freischnitt folgenschwere Schäden an Bauwerken. Auch eindringende Feuchtigkeit setzt den Bauwerken schwer zu, nicht nur in der Frostperiode. Da unabhängig vom Betrieb eine Verkehrssicherungspflicht besteht, müssen die Bauwerke per Gesetz ohnehin alle drei Jahre auf Schäden untersucht werden. Somit besteht immer eine aktuelle Zustandsübersicht, auf deren Basis die entsprechenden Maßnahmen leicht geplant werden können. Dazu Jens Wießner:

„Es könnte so einfach sein. Vielfach reichen solche begrenzten Maßnahmen schon aus, um Strecken zumindest in einem gewissen Rahmen, wie z.B. Freizeit SPNV oder Güterverkehre, in Betrieb zu nehmen, wodurch diese wiederum Einnahmen generieren würden. Zielgerichtete Instandhaltungsmaßnahmen wären somit sowohl im Hinblick auf die sparsame Verwendung der finanziellen Mittel sowie auch als Beitrag zum Klimaschutz und der von der Politik immer wieder mit großen Worten herbeibeschworenen Verkehrswende eine nachhaltige Investition! Daran sollte das MKUEM ein vordringliches Interesse haben. Sehr geehrte Frau Staatsministerin Eder, es ist an der Zeit, endlich zu handeln!“

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 19. Juni 2023

Eifelstrecke erst ab 2025 wieder durchgängig befahrbar?

Seit einigen Wochen fahren die Züge auf der Eifelstrecke wieder zwischen Trier und Gerolstein. Die weiteren Planungen sahen eigentlich vor, dass zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 die Züge wieder auf der gesamten Strecke zwischen Trier und Köln verkehren sollten. Doch bereits unmittelbar nach der feierlichen Wiedereröffnung der Eifelstrecke bis Gerolstein, zu der u.a. auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer geladen war, deuteten sich neue Probleme an. So äußerte sich bereits am 20. April 2023 Stefan Gleißner von der DB Netz AG in einem Interview mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e. V. dahingehend, dass mit einer Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke bis Köln erst im kommenden Jahr zu rechnen sei. In einer am 09. Mai veröffentlichen Pressemitteilung der Deutsche Bahn AG bestätigte diese nun offiziell, dass sich der Wiederaufbau zwischen Nettersheim und Kall aufgrund weiterer festgestellter Schäden noch bis ins 2. Quartal 2024 hinziehen werde.

Davon ausgehend, dass hier eher vom Ende als vom Anfang des 2. Quartals die Rede ist, könnten die Züge theoretisch ab Anfang Juli wieder durchgehend zwischen Trier und Köln verkehren. Doch ab Anfang Juli wird bereits der erste Streckenabschnitt in Vorbereitung auf die Elektrifizierungsarbeiten gesperrt werden. „Mit ihrer Ausschreibung der Sicherungsleistungen zur Elektrifizierung der Eifelstrecke im nordrhein-westfälischen Teilstück der Eifelstrecke hatte die Deutsche Bahn AG auch eine Übersicht der geplanten Streckensperrungen veröffentlicht. Vom 08. Juli bis 20. August 2024 soll die Eifelstrecke zwischen Kall und Euskirchen komplett gesperrt werden“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner. Dementsprechend wäre die durchgehende Befahrbarkeit erst ab Ende August 2024 gegeben. Dann aber auch nur für einen kurzen Zeitraum, denn „ab dem 20. Dezember 2024 soll die Eifelstrecke erneut zwischen Kall und Euskirchen gesperrt werden. Diesmal allerdings für knapp 6 Monate, bis zum 13. Juni 2025“, so Wießner weiter. Erst danach könnte auf der Eifelstrecke wieder so etwas wie Normalität einkehren. Ob es dazu kommt, hängt auch von den weiteren Planungen des rheinland-pfälzischen Teils der Eifelstrecke ab. Zumindest für dieses Jahr ist bereits die nächste Streckensperrung bekannt. „Vom 02. August bis zum 20. August 2023 wird die Eifelstrecke zwischen Trier und Gerolstein komplett gesperrt. Aufgrund der Sperrung des Kuckuckslay-Tunnels und einer Brücke bei Birresborn können in dieser Zeit auch keine Bauzüge auf der Strecke verkehren“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins.

Bahnhof Densborn

Aber es gibt auch positive Nachrichten. So sollen ab Juni 2023 die Arbeiten zum Neubau der Bahnsteiganlagen in Densborn und Philippsheim beginnen. Dabei sollen die bisherigen Mittelbahnsteige durch moderne und barrierefreie Außenbahnsteige ersetzt werden. Auch der Bahnhof Gerolstein soll in Kürze endlich barrierefrei werden. Auf Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins teilte die DB Station&Service AG mit, dass eine Inbetriebnahme des Aufzugs zu Gleis 2 & 3 zum 30. Juni 2023 geplant sei. In Vorbereitung auf die Elektrifizierung der Eifelstrecke sollen ab August 2023 die Tunnelerkundungen zwischen Trier und Dahlem beginnen.

„Pendler in Richtung Köln werden sich leider noch eine ganze Weile in Geduld üben müssen. Auch Touristen aus dem Großraum Köln/Bonn werden wohl in den kommenden zwei Jahren nicht mit der Bahn in die Vulkaneifel reisen können. Die Alternative einer touristischen Erschließung der Region über die Eifelquerbahn hat man bisher leider konsequent blockiert. Dies, obwohl ein touristisches SPNV-Angebot zwischen Kaisersesch und Daun im 2-Stundentakt bereits im vergangenen Jahr leicht zu realisieren gewesen wäre und der Nutzen die hierfür notwendigen Kosten bei weitem übertroffen hätte. Noch ist es nicht zu spät die hierfür notwendigen Weichenstellungen zu treffen. Mit dem frisch eröffneten Maar-Stollen in Ulmen wäre dann auch ein weiteres touristische Highlight der Region bequem mit der Bahn zu erreichen“, so dass Eifelquerbahn-Verein Vorstandsmitglied Noah Wand.

Pressemeldung des Eifelquerbahn e. V. vom 11. Mai 2023

Erfolgreicher Freischnitt des Industriestammgleises in Kaisersesch

Über 15 Jahre ist es bereits her, dass die Bedienung des Spanplattenwerk der damaligen Glunz AG über das vom Bahnhof Kaisersesch ausgehende Industriestammgleis (ISG) eingestellt wurde. Seither konnte sich die Vegetation ungehindert ausbreiten und nahezu das komplette Gleis überwuchern. Doch seit Februar dieses Jahres ist das rund 3,2 Kilometer lange Anschlussgleis wieder komplett zugänglich. In mehr als 300 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben Mitglieder des Eifelquerbahn-Vereins seit Oktober 2022 das komplette Anschlussgleis ins Gewerbegebiet bei Eulgem freigeschnitten. Dabei stellten die Mitglieder z.T. auch ihr eigenes Equipment für die Arbeitseinsätze zur Verfügung. Weitere benötigte Gerätschaften konnte der Verein u.a. dank der Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt über den lokalen Fachhandel beschaffen. Im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz lag das Augenmerk auf professionellen und effizienten Werkzeugen. War ursprünglich nur geplant eine Begehbarkeit des Gleises herzustellen, ist es gelungen, das Gleis doch im größeren Umfang freizuschneiden.

„Ohne den unermüdlichen Einsatz unserer Mitglieder wären wir nicht so weit gekommen. Auch die Unterstützung durch unsere Freunde aus dem Hunsrück (IG Nationalparkbahn) und Westerwald (Brexbachtalbahn) hat uns gerade in der Anfangszeit sehr geholfen. Ein besonderer Dank gilt auch Kaiserseschs Stadtbürgermeister Gerhard Weber, der unsere Aktiven mehr als einmal mit einem üppigen Imbiss versorgt hat“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Auch in den kommenden Wochen sind weitere Arbeitseinsätze geplant, deren Termine der Verein auch immer auf seiner Homepage veröffentlicht. Dabei sollen u.a. der Gleiskörper vom Laub und Grünschnitt befreit werden, um im Laufe des Jahres eine genauere Begutachtung, insbesondere der Holzschwellen, durchführen zu können. Der Grünschnitt und die gefällten Bäume sollen der Stadt Kaisersesch zur Verfügung gestellt werden, um hiermit die Biomasseanlage des Schulzentrums befeuern zu können. Wenn zum 01. Oktober die Vegetationsperiode endet, ist nochmals ein größerer Einsatz geplant.

„Beim Industriestammgleis stehen wir nicht nur im Austausch mit der Stadt Kaisersesch, sondern arbeiten hier auch mit der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft aus Linz zusammen. Aufbauend auf unserer bisherigen Arbeit ist es mit Unterstützung von Stadt und Eifelbahn gelungen, für den kommenden Herbst den Einsatz eines Zweiwegebaggers zu organisieren. Hierdurch wollen wir einen nachhaltigen Freischnitt des ISG erreichen“, so Jens Wießner.

Ziel der gesamten Aktion ist es, die Möglichkeit einer Reaktivierung des ISG zu prüfen. Während anderenorts nicht mehr genutzte Gleise nach wenigen Jahren zurückgebaut wurden, blieb das Anschlussgleis in Kaisersesch komplett unangetastet, dies beinhaltet auch die Anschlussweiche an die Eifelquerbahn im Bahnhof Kaisersesch. Da der Infrastrukturanschlussvertrag mit der DB Netz AG nie gekündigt wurde, ist auch der offizielle Anschluss ans öffentliche Eisenbahnnetz bis heute noch gegeben. Wie Dr. Henke, Geschäftsführer Eisenbahn des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, im Rahmen des Fachgesprächs „Verkehrswende im ländlichen Raum neu denken“ vom Januar dieses Jahres im Forum Daun bereits ausführte, werden Gleisanschlüsse und Verlademöglichkeiten händeringend gesucht. Mit dem ISG verfügt man in Kaisersesch über die letzte hierfür noch verbliebene Infrastruktur in der Region.

Fotoalbum vom 15. Januar 2023

Brücke der Eifelstrecke seit mehreren Wochen gesperrt – Bauzüge erreichen Gerolstein nicht mehr

Offiziell plant die Deutsche Bahn den Betrieb auf der Eifelstrecke zwischen Kyllburg und Gerolstein in wenigen Wochen wieder aufzunehmen, doch Probleme mit einer Bahnbrücke könnten diese Planungen zunichtemachen. So sind bereits seit einigen Wochen keine Fahrten von oder nach Gerolstein mehr möglich. Dies betrifft sowohl den Baustellenverkehr zum Wiederaufbau der Eifelstrecke als auch die Verkehre zum Standort der Vulkan-Eifel-Bahn, welche seit mittlerweile 1,5 Jahren auf ihre Wiederanbindung ans öffentliche Schienennetz wartet.

Wie gravierend die Brücken-Schäden sind, ist bisher nicht bekannt. Aufgrund der Pegelstände der Kyll in den vergangenen Tagen ist eine nähere Untersuchung des Bauwerks bisher nicht möglich gewesen. Im Idealfall kann die Brücke innerhalb kürzester Zeit wieder instandgesetzt werden. Sollten sich die Probleme allerdings als gravierender herausstellen, kann es mehrere Monate dauern, bis Gerolstein wieder aus Richtung Trier angefahren werden. Sollte ein Brückenneubau notwendig sein, wie im vergangenen Jahr in Lüdenscheid erst nach der Wiederinbetriebnahme festgestellt wurde, dann könnte es auch weit über ein Jahr dauern. Damit würde der komplette Zeitplan zum Wiederaufbau der Eifelstrecke in sich zusammenbrechen, denn auch aus Richtung Köln kann Gerolstein noch auf längere Zeit nicht angefahren werden. Wie bereits Anfang 2022 könnte dann die Eifelquerbahn wieder ins Spiel kommen, welche vor einem Jahr zur Überführung der in Gerolstein eingeschlossenen Fahrzeuge für rund eine halbe Million Euro freigeschnitten und instandgesetzt wurde.

„Wir hatten bereits im Zusammenhang mit den Überführungsfahrten gefordert, die Eifelquerbahn dauerhaft zur Anbindung der Region zu nutzen. Eine Forderung, die damals von den Verantwortlichen bei der DB Netz AG zurückgewiesen wurde. Auch das für den Bereich SPNV zuständige Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) Rheinland-Pfalz ist hier bis heute untätig geblieben. Sollte sich herausstellen, dass die Brücke an der Eifelstrecke auf längere Zeit gesperrt bleiben muss, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die Region. Die DB muss hier schnellstmöglich Klarheit schaffen und nötigenfalls umgehend die entsprechenden Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn für den Bauzugverkehr in die Wege leiten. Auch wäre interessant zu erfahren, ob und wann die DB Netz AG das MKUEM sowie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMDV) über die Probleme in Kenntnis gesetzt hat“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Dabei drängt die Zeit, denn bereits zum 01. März beginnt die Vogelschutzperiode und dann ist ein umfangreicher Streckenfreischnitt nicht mehr ohne weiteres möglich. Von Seiten des Eifelquerbahn-Vereins geht man aktuell davon aus, dass bei sofortigem Beginn ein Freischnitt der Eifelquerbahn durch den erneuten Einsatz von Zweiwegebaggern bis zum 28. Februar abgeschlossen werden kann. Die Kosten hierfür dürften deutlich unter denen von 2021 liegen. Die aktuelle Problematik zeigt wieder einmal, wie wichtig Redundanzen im Schienennetz sind. Hätte man die weitere Nutzung der Eifelquerbahn nicht leichtfertig zurückgewiesen, wäre der Baustellenverkehr nahtlos über die Eifelquerbahn weitergelaufen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen jetzt endlich aufwachen!