Erste reaktivierte Strecke des SPNV-Nord: Eifelquerbahn feiert Jubiläum

Im Mai 2020 ist es genau 20 Jahre her, dass der Streckenabschnitt zwischen Mayen West und Kaisersesch wieder in Betrieb genommen wurde. Maßgeblich für die Wiederinbetriebnahme waren die damaligen intensiven Vorarbeiten des SPNV-Nord, so dass die heute 140 Jahre alte Strecke durchgängig zwischen Andernach und Kaisersesch befahren werden kann. Und einige Fahrgäste erinnern sich vielleicht noch an die Zeit vor fast 30 Jahren, bevor auf dem Abschnitt Kaisersesch – Gerolstein der Schienenpersonenverkehr eingestellt und durch Busse ersetzt wurde. Viele Bewohner der West- und Vulkaneifel fragten damals „Well’sta verrasen?“ (Willst Du verreisen?) und bekamen immer „Esch fohren mom Zuch off Äsch“ (Ich fahre mit dem Zug nach Kaisersesch) zur Antwort – so wie es ihre Vorfahren Ende des 19. Jahrhunderts voller Stolz auf den neu erbauten Bahnhöfen erwidert haben.

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Kreistag Cochem-Zell spricht sich für neuen Anlauf zur Reaktivierung der Eifelquerbahn aus

Nachdem der Vulkaneifel Kreistag einen entsprechenden Beschluss bereits im Dezember 2019 gefasst hatte, spricht sich nun auch der Kreistag in Cochem-Zell für eine Reaktivierung der Eifelquerbahn aus.

Ursprünglich bereits für März 2020 geplant, musste die Entscheidung hierüber durch die Corona bedingte Absage der Kreistagssitzung allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Am heutigen 25. Mai konnte die Sitzung und somit auch die geplante Abstimmung über die Eifelquerbahn endlich nachgeholt werden.

Mit dieser Entscheidung haben sich nun beide betroffenen Kreise für die Wiederaufnahme der Bemühungen zur Reaktivierung der Eifelquerbahn im regulären SPNV ausgesprochen.

Eifelquerbahn und der Tourismus

Schon immer war die Eifel ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel in Deutschland und der Tourismus daher ein wichtiger Wirtschafsfaktor für die Region.

Doch wie überall, so haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch in der Eifel dafür gesorgt, dass dieser Bereich zwischenzeitlich komplett zum Erliegen kam. Mittlerweile hat sich die Lage allerdings soweit verbessert, dass auch der Tourismus in der Region vorsichtig wieder aufgenommen werden kann.

Ob vorbei an den Maaren oder durch die Eifelwälder, über unzählige Wander- und Radwanderwege lässt sich die Region und ihre einzigartige Naturlandschaft erkunden. Wie könnte man einen Ausflug besser ausklingen lassen, als mit einem leckeren Essen in einem der zahlreichen Eifler Gastronomiebetriebe.

Egal ob Bonn, Koblenz, Köln oder Trier, gerade aus den Großstädten nutzen viele Menschen die Möglichkeit für einen Ausflug in die Vulkaneifel. Dabei sind sie allerdings oft auf das Auto angewiesen, denn per Bahn lassen sich weite Teile der Vulkaneifel aktuell nicht erreichen.

Dabei verfügt die Region mit der Eifelquerbahn über die nötige Infrastruktur, um Touristen die Anreise auch mit der Bahn zu ermöglichen, und gerade in Anbetracht des zu bewältigenden Klimawandels spielt das Thema Nachhaltigkeit auch im Tourismus eine immer größere Rolle.

So leistet eine reaktivierte Eifelquerbahn einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigeren Tourismus und Wertschöpfung durch den Tourismus für die Region.

 

Großer Bahnhof in Ulmen

Ungepflegt, so sieht es heutzutage aus, das Ulmener Bahnhofsgelände. Zugewachsene Gleise, kleine Bäume im Schotter und Vandalismusschäden prägen das heutige Bild des Bahnhofs Ulmen.

Doch noch vor wenigen Jahren sah es hier ganz anders aus und das damals top gepflegte Bahnhofsgelände in Ulmen platzte aus allen Nähten.

Anlass waren die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung des für mehrere Millionen Euro umfangreich sanierten Streckenabschnitts Ulmen – Höchstberg – Laubach – Kaisersesch am 26. und 27. April 2008. Dieser Abschnitt befand sich bereits zu DB-Zeiten in einem überaus schlechten Zustand, was schließlich zur Einstellung des Güterverkehrs auf diesem Abschnitt führte.

Dank der auch heute noch vorhandenen umfangreichen Gleisanlagen konnten die zahlreichen Besucher sich nicht nur an den Pendelfahrten von Daun über Ulmen nach Kaisersesch, sondern auch an einer umfangreichen Fahrzeugschau erfreuen.

So präsentierten zahlreiche Unternehmen, wie die Aggerbahn, Brohltalbahn, CFL-Cargo, HGK, Hochwaldbahn, Mittelweserbahn und Vulkan-Eifel-Bahn eine große Auswahl historischer und moderner Fahrzeuge. Auch der damalige Betreiber des Abschnitts Andernach – Kaisersesch, die trans regio, war mit einem auf der Strecke eingesetzten modernen Triebwagen vor Ort.

Auch zahlreiche dampfbespannte Sonderzüge hatten an diesem Wochenende Ulmen als Ziel. So bot sich den Besuchern die Gelegenheit, sich die „Dampfrösser“ einmal aus der Nähe betrachten zu können und die Bekohlung live mitzuerleben. Ausnahmsweise erfolgte die An- und Abreise bei dieser Gelegenheit auch über den Bahnhof Kaisersesch, denn normalerweise blockiert die im Bahnhof installierte Gleissperre die Durchfahrt.

Das Bahnhofsfest in Ulmen ist ein gutes Beispiel dafür, welch‘ enorme Faszination von der Eisenbahn ausgeht und welche Chancen sich hier für den Tourismus bieten.

Es ist an der Zeit, das „Tor zur Stadt“ wieder zu öffnen und die Reaktivierung der Eifelquerbahn weiter voran zu treiben.

„Der Eifelquerbahner“ Ausgabe 1/2020, aktuelle Flyer und Plakate erschienen

Die aktuelle Ausgabe 1/2020 unseres Vereinsmagazins „Der Eifelquerbahner“ steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

In der neuesten Ausgabe widmen wir uns den, auf Antrag der SPD Vulkaneifel, initierten neuen Bemühungen des Landkreises Vulkaneifel zur Reaktivierung der Eifelquerbahn und dem neuen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), welches diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht hat.

Neben der neuen Ausgabe des Vereinsmagazins sind ab sofort auch unsere neuen Flyer und Plakate verfügbar.

Diese liegen ab dem 17.03.2020 in der Buchhandlung Lese-Ecke in Ulmen zum mitnehmen aus. Ebenfalls können diese per Mail an info@eifelquerbahn.com auch direkt beim Verein bestellt werden.

Download “Der Eifelquerbahner – Ausgabe 01/2020” Querbahner-20-01_DIN-A5_low.pdf – 327-mal heruntergeladen – 4 MB

Plakat

Flyer

Voll elektrisch: Eifelquerbahn auf Elektrifizierungsliste des VDV

Unter dem Titel „Voll elektrisch!“ hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine aktuelle Liste mit Vorschlägen zur Elektrifizierung von Bahnstrecken veröffentlicht, darunter auch zwei Strecken in der Eifel.

Dies ist zum einem die Eifelstrecke von Hürth über Gerolstein nach Trier-Ehrang, mit einer Gesamtlänge von 163 km ist sie eines der größten Projekte in der Liste.

Des Weiteren ist dies die Eifelquerbahn von Andernach über Mayen nach Kaisersesch. Für den noch zu reaktivierenden Teil von Kaisersesch über Ulmen und Daun bis nach Gerolstein schlägt der VDV zwei unterschiedliche Modelle vor.

Einer der Vorschläge sieht eine Elektrifizierung der Gesamtstrecke vor, womit dann insgesamt 93 km unter Fahrdraht lägen.

Als weitere Option wird der Einsatz moderner Batterie-Triebzüge vorgeschlagen. So könnten die Züge zwischen Andernach und Kaisersesch, sowie im Bereich Gerolstein unter Fahrdraht verkehren. Im restlichen Abschnitt würden die Züge dann emissionsfrei im Akkubetrieb verkehren.

Von der Elektrifizierung der Eifelstrecke und der Reaktivierung der Eifelquerbahn würde die gesamte Region profitieren und Gerolstein als Bahnhof an Bedeutung gewinnen.

 

Download “Voll elektrisch! – Broschüre des VDV zur Elektrifizierung von Bahnstrecken” voll-elektrisch_i.pdf – 111-mal heruntergeladen – 3 MB

Bundestag ebnet Weg zur Reaktivierung von Bahnstrecken im ländlichen Raum

In seiner aktuellen Sitzungswoche hat der Bundestag gleich drei Vorhaben zur Förderung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) verabschiedet.

Infrastruktur: Sechsmal so viel Mittel wie bisher

Mit der Zustimmung zum „Dritten Gesetz zur Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG)“ stehen erstmals umfangreiche Mittel zur Reaktivierung von Bahnstrecken zur Verfügung. In insgesamt 3 Stufen werden die Mittel im Rahmen des GVFG von bisher 332,56 Millionen Euro auf nun 665,13 Millionen Euro erhöht. Ab dem kommenden Jahr steigen diese dann auf jährlich 1 Milliarden Euro. Zum Jahr 2025 folgt der dritte Schritt und es stehen dann 2 Milliarden Euro jährlich für Neu- und Ausbau sowie Reaktivierungsmaßnahmen von Bahnstrecken zur Verfügung. Somit steigen die Mittel im Rahmen des GVFG bis zum Jahr 2025 auf den 6-fachen Wert im Vergleich zum Jahr 2019.

Reaktivierungen mit 90-prozentiger Förderung

„Der öffentliche Personennahverkehr stellt eine wichtige Grundlage der Daseinsvorsorge dar, gewährleiste Mobilität und dient dem Ziel der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.“, so die Bundesregierung. Um endlich auch den ländlichen Raum mit einem attraktiven Schienenpersonennahverkehr (SPNV) versorgen zu können, wurde das GVFG mit einer umfangreichen Förderung von Reaktivierungsvorhaben ausgestattet. So werden der Kauf und die Sanierung der Strecken mit 90 Prozent durch den Bund gefördert. Darüber hinaus trägt der Bund die Planungskosten mit bis zu 10 Prozent, gerechnet auf die Gesamtkosten. Dies sorgt für eine deutliche Entlastung von Ländern und Kommunen, die bisher den Großteil der Reaktivierungskosten zu tragen hatten.

Bestandssanierung ohne aufwendige Planverfahren

Eine weitere Gesetzesänderung vereinfacht darüber hinaus die Umsetzung für notwendige Instandsetzungsmaßnahmen. Waren bisher für alle Baumaßnahmen umfangreiche Planungen die Voraussetzung, so werden ab sofort Sanierungsmaßnahmen von dieser Anforderung ausgeklammert, vorausgesetzt, dass im Rahmen der Sanierung keine umfangreichen Veränderungen am Streckenlayout durchgeführt werden. Durch das Gesetz „zur weiteren Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich“ können Sanierungsmaßnahmen nicht nur schneller, sondern auch deutlich günstiger umgesetzt werden.

Erhöhung der Regionalisierungsmittel für besseres SPNV Angebot

Während die ersten beiden Vorhaben auf die Verbesserung der Infrastruktur abzielen, werden mit der Erhöhung der Regionalisierungsmittel zusätzliche Gelder zur Verbesserung des Angebotes im SPNV bereitgestellt. So steigen die Mittel in den Jahren 2020 und 2021 um jeweils 150 Millionen Euro pro Jahr . Neben der jährlichen Dynamisierung erfolgt eine zusätzliche Erhöhung um weitere 150 Millionen Euro im Jahr 2023. Somit stehen ab 2023 jährlich mehr als 9,1 Milliarden Euro für die Unterstützung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zur Verfügung.

Reaktivierung der Eifelquerbahn: „Es wird nicht am Geld scheitern“

Bereits im Juni vergangenen Jahres erklärte Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), im Rahmen des durch die SPD Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt organisierten „Dialogs zur Zukunft der Eifelquerbahn“ in Daun: „Es wird nicht am Geld scheitern“. Die im November von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten und nun durch den Bundestag verabschiedeten Maßnahmen haben im Dezember 2019 den Kreistag Vulkaneifel dazu veranlasst, dem von SPD und UWG eingebrachten Antrag zur Wiedereinberufung des kommunalen Arbeitskreises zur Reaktivierung der Eifelquerbahn einstimmig zuzustimmen.

Mit den neuen, großzügigen finanziellen Möglichkeiten und dem Willen aller Beteiligten besteht nun die realistische Chance, die seit dem Jahr 2009 auf der Agenda stehende Reaktivierung der Eifelquerbahn von Kaisersesch über Ulmen und Daun nach Gerolstein endlich auf den Weg zu bringen.

Reaktivierung der Eifelquerbahn – Neustart zum 125. Geburtstag

Zum zweiten Mal in diesem Jahr war die Eifelquerbahn Thema im Vulkaneifel Kreistag in Daun. Während man Anfang des Jahres noch über alternative Nutzungsmöglichkeiten nachgedacht hatte, war der Grund diesmal erfreulicher. Im Rahmen der aktuellen Diskussion rund um die anstehende Klima- und Verkehrswende hat das Bundeskabinett eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, die vorrangig ein Ziel verfolgen, nämlich die Stärkung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV).

Diese Entwicklungen nahmen SPD und UWG zum Anlass, um im Kreistag die Wiederbelebung des „Arbeitskreises zur Reaktivierung der Eifelquerbahn“ zu beantragen. Welche große Bedeutung die Eifelquerbahn für die Region hat, zeigte sich in der anschließenden Abstimmung. Egal ob CDU, Grüne, FWG, FDP oder die weiteren im Kreistag vertretenen Parteien, alle stimmten dem von SPD und UWG eingebrachten Antrag geschlossen zu.

Neue Fördermöglichkeiten durch den Bund

Möglich gemacht hat diesen Antrag ein ganzes Maßnahmenbündel des Bundeskabinetts. Zum einen ist dies eine deutliche Reform des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG); so werden mit der Reform erstmals Reaktivierungsvorhaben im SPNV durch den Bund gefördert. Hierbei werden Maßnahmen ab einem Volumen von 10 Mio. € mit bis zu 90 Prozent durch den Bund finanziert. Zusätzliche werden die Regionalisierungsmittel, aus denen die Länder die Bestellung von Verkehrsleistungen finanzieren können, in zwei Schritten nochmals um insgesamt 300 Mio. € jährlich erhöht. Zur Vereinfachung von Sanierungsvorhaben ist darüber hinaus ein vereinfachtes Planverfahren vorgesehen. Alle Maßnahmen haben mittlerweile im Bundestag die erste Lesung hinter sich und sollen möglichst Anfang des Jahres 2020 in Kraft treten.

„Arbeitskreis Eifelquerbahn“

Auch der kommunale „Arbeitskreis Reaktivierung der Eifelquerbahn“ soll zeitnah seine Arbeit aufnehmen. Neben den Repräsentanten der lokalen Politik wird der Arbeitskreis auch aus Vertretern der interessierten Bahnunternehmen, des Vereins Eifelquerbahn  sowie des Zweckverbandes SPNV Rheinland-Pfalz Nord bestehen. Gemeinsam gilt es, zum 125-jährigen Jubiläum des Eifelquerbahnabschnitts Mayen – Gerolstein einen Masterplan zur Reaktivierung der Strecke von Kaisersesch über Ulmen und Daun bis nach Gerolstein zu entwickeln und somit den im Jahr 2009 durch den Zweckverband SPNV Nord gefassten Beschluss zur Reaktivierung endlich in die Tat umsetzen zu können.

Die Zeiten für einen Neustart sind günstig wie nie zuvor, und es gilt nun, gemeinsam die Weichen zu stellen für einen modernen Schienenpersonennahverkehr in der Eifel und im Jahr 2020 einen entscheidenden Schritt voran zu kommen.

Eifelquerbahn im Kreistag Vulkaneifel

Nach jahrelanger Vernachlässigung durch die Politik hat das Thema SPNV und Reaktivierung von Bahnstrecken im Rahmen der aktuellen Diskussion um Klima und Verkehrswende deutlich an Bedeutung gewonnen.

So legte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen gemeinsam mit der Allianz pro Schiene im Mai diesen Jahres eine umfangreiche Liste mit Strecken vor, die für eine Reaktivierung im SPNV in Frage kommen, darunter auch die Eifelquerbahn von Kaisersesch bis Gerolstein.

Von Seiten des Bundes wurden im Laufe des Jahres die Regionalisierungsmittel, aus denen die Länder die Bestellung von Verkehrsleistungen finanzieren können, insgesamt zweimal um je 150 Mio. € erhöht. So stehen ab 2020 pro Jahr insgesamt 300 Mio. € zusätzlich zur Verfügung, welche neben der eingebauten jährlichen Dynamisierung von 1,8% pro Jahr um weitere 150 Mio. € ab dem Jahr 2023 erhöht werden. Die finanziellen Perspektiven für den öffentlichen Personennahverkehr sind damit deutlich besser als noch vor einem Jahr.  

Durch die Vernachlässigung vieler Bahnlinien sind in den vergangenen Jahrzehnten teilweise umfangreiche Investitionen zur Instandhaltung bestehender und für die Reaktivierung ungenutzter Strecken notwendig geworden. Um diesem Bedarf Rechnung zu tragen, wurde Anfang November durch das Bundeskabinett eine Novelle des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes auf den Weg gebracht. Im Rahmen dieser Novelle wurden die zur Verfügung gestellten Mittel aufgestockt und auch die Möglichkeit geschaffen, diese Mittel nicht mehr nur für Neu- und Ausbaumaßnahmen mit einem Volumen von mindestens 50 Mio. € zu verwenden.

So können diese Mittel nun auch für SPNV Reaktivierungsvorhaben verwendet werden, und zwar bereits ab einen Volumen von 10 Mio. €. Die Förderquote für diese Vorhaben wurde auf bis zu 90% festgesetzt, so dass durch das Land bzw. die Kommunen nur noch 10% der Reaktivierungskosten zu tragen sind. In diesem Zusammenhang wurde auch die Möglichkeit geschaffen, die Errichtung von Versorgungseinrichtungen, wie z.B. Wasserstofftankstellen, mit ebenfalls 90% zu fördern.

Auch wurde den unterschiedlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen von Reaktivierungen in der Stadt und dem ländlichen Raum Rechnung getragen. So können neuerdings im Rahmen der Bewertungsverfahren einzelne Kriterien stärker gewichtet werden, so dass z.B. der Aspekt der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum eine stärkere Gewichtung erfahren kann.

Zu guter Letzt hat die Deutsche Bahn am 6. Dezember 2019 offiziell verkündet, auf Streckenstilllegungen bis auf weiteres zu verzichten und stillgelegte oder nicht mehr in Betrieb befindliche Strecken auf ihre Reaktivierung zu prüfen. Als Basis für diese Planungen soll die im Mai veröffentliche Liste von VDV und Allianz pro Schiene dienen.

Um von diesen Entwicklungen profitieren zu können, bedarf es auch den Anstrengungen der lokalen Politik. Mit der am 16. Dezember 2019 stattfindenden Ratssitzung kann der Kreistag den hierfür nötigen Prozess mit einer Zustimmung zum Antrag „Eifelquerbahn“ in Gang setzen.

Daher rufen wir alle Unterstützer einer Reaktivierung der Eifelquerbahn auf, mit ihrer Teilnahme an der Ratssitzung am 16. Dezember 2019 ein Zeichen für die Reaktivierung der Eifelquerbahn zu setzen.

Die Sitzung beginnt um 14:30 im Sitzungssaal 15 der Kreisverwaltung Daun an der Mainzer Straße 25 in 54550 Daun. Die Eifelquerbahn ist als Tagesordnungspunkt 11 eingeplant, die gesamte Tagesordnung und alle Unterlagen zu den Anträgen sind unter folgender Adresse zu finden:

https://ratsinfo.vulkaneifel.de/tops/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZYJtjyk867EcVl96Sj5LtrY

Download “Mitgliedsantrag Eifelquerbahn e.V.” Mitgliedsantrag-2.pdf – 400-mal heruntergeladen – 216 KB

Eifelquerbahn – Die Zeichen stehen auf Bahnbetrieb

Auch wenn man es beim Blick auf die Trasse der Eifelquerbahn nicht glauben mag, in den vergangen Monaten hat sich viel getan beim Thema Eifelquerbahn. Nachdem es zwischenzeitlich schon so klang, als ob der Bau eines Radweges auf der Eifelquerbahntrasse bereits beschlossene Sache sei, zeichnet sich inzwischen immer deutlicher ab, dass es sehr gute Chancen gibt, die Eifelquerbahn als Bahnstrecke zu erhalten und zu reaktivieren.

Nutzen-Kosten neu bewerten

In den vergangen Wochen hat sich gezeigt, dass hinter den vielfach diskutierten Gutachten zur Reaktivierung der Eifelquerbahn große Fragezeichen stehen. Überzogene Anforderungen an die Streckenbeschaffenheit und aufwendige Sicherungsmaßnahmen für kleine Feld- und Waldweg-Bahnübergänge haben zum einen die Reaktivierungskosten, und zum anderen das Honorar der Gutachter in die Höhe getrieben. Auch die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Wiederaufnahme der touristischen Verkehre gehen deutlich über die Anforderungen für einen reinen touristischen Betrieb hinaus. „Mit der Umsetzung aller im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen könnten wir direkt in einen Vorlaufbetrieb starten, wie er im Dezember 2019 auf der Eifel-Bördebahn startet“, erklärt der Vorsitzende des Eifelquerbahn e.V., Jens Wießner.

Gemeinsam mehr erreichen

Bei der Umsetzung der Maßnahmen entsprechend dem Gutachten zur touristischen Reaktivierung der Eifelquerbahn vom Büro StadtLandBahn würde das Land 85% der Gesamtkosten übernehmen, die übrigen 15% müssten durch die Kommunen getragen werden. Das Land Rheinland-Pfalz hat aber auch die Möglichkeit vorgesehen, diesen kommunalen Anteil durch Eigenleistungen zu erbringen. Auf Anfrage bestätigte das Verkehrsministerium, dass diese Eigenleistungen, unter gewissen Voraussetzungen, auch durch Dritte wie z.B. den Verein, für die Kommunen erbracht werden können. Entsprechende Kalkulationen auf Basis des StadtLandBahn-Gutachtens haben gezeigt, dass sich unter Einbeziehung der Eigenleistungen, zum größten Teil Vegetationsarbeiten, die durch die Kommunen zu tragenden Kosten zur Reaktivierung insbesondere in den Abschnitten Kaisersesch – Ulmen sowie Ulmen – Daun deutlich reduzieren lassen.

Ökologische Alternative zum Individualverkehr

Dass ein funktionierender und flächendeckend verfügbarer SPNV ein wichtiger Bestandteil zum Erreichen der Klimaschutzziele ist, ist mittlerweile allgemein bekannt. Dies zeigt sich auch beim vor kurzem zu Ende gegangenen Dialog zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts für das Land Rheinland-Pfalz. In insgesamt acht Kategorien waren die Bürger aufgerufen, ihre Vorschläge zur Fortschreibung des Klimaschutzplans einzureichen. In der Rubrik Verkehr war die Reaktivierung der Eifelquerbahn diejenige Maßnahme mit dem größten Zuspruch, gefolgt von der allgemeinen Forderung, den ÖPNV und die Schiene zu stärken. Von Seiten des Zweckverbands SPNV Nord laufen die Vorbereitungen zur Erprobung von alternativen Antrieben. So ist es geplant, einen Wasserstoffzug auf der Pellenz-Eifel-Bahn von Andernach nach Kaisersesch zu testen. Hiermit würden dann auch für eine reaktivierte Eifelquerbahn moderne Nahverkehrszüge zur Verfügung stehen.

Radweg – Nur zweite Wahl !

Nach mehreren politischen Gesprächen und öffentlichen Meinungsäußerungen stellt sich die Frage, warum wir überhaupt über einen Radweg auf der Trasse der Eifelquerbahn diskutieren müssen. Die Kernaussagen sind eigentlich überall gleich: „Wir wollen die Bahn, der Radweg ist nur zweite Wahl“. Dies verwundert nicht, wenn man berücksichtigt, dass eine erste vorsichtige Schätzung von Kosten in Höhe von 15-20 Millionen Euro für einen Bau des Radweges ausgeht.

Jetzt handeln und den ländlichen Raum stärken

Es gibt keinen Grund, sich mit der zweiten Wahl zufrieden zu geben. Die Zeichen stehen ganz klar Pro Bahn. Dies zeigt auch die gerade getroffene Entscheidung der Verkehrsminister-Konferenz, die Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) auch für die Grundsanierung von sich in kommunalem Besitz befindlicher Bahnstrecken freizugeben.

Die Mittel stehen zur Verfügung, die Politik will die Bahn und es gibt mehrere Eisenbahnunternehmen, die ihr Interesse an der Eifelquerbahn bekundet haben. Die Zeit des Stillstands ist vorbei, jetzt ist die Zeit des Handelns. Hierzu gehören alle Akteure an einen Tisch, um gemeinsam den Weg zur Reaktivierung der Eifelquerbahn einzuschlagen.

 

Download “Eifelquerbahn – Zahlen, Fakten, Mythen” 190811-Eifelquerbahn-Zahlen-Fakten-Mythen_1-3-5.pdf – 1027-mal heruntergeladen – 4 MB