Neue Bundesregierung ändert Auftrag der DB Netz AG – Fährt die Eifelquerbahn bereits im kommenden Jahr?

Auf 177 Seiten stellen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP ihre Pläne für die Regierungsarbeit der kommenden vier Jahre auf Bundesebene vor. Für eine erste große Überraschung dürfte hierbei die Verteilung der Ministerien gesorgt haben. So stellen nicht die Grünen, sondern die FDP den künftigen Bundesverkehrsminister. Mit Volker Wissing hat die FDP einen in Rheinland-Pfalz wohlbekannten Kandidaten für das Amt des Bundesverkehrsministers nominiert, war er doch bis Mai 2021 Verkehrsminister der rheinland-pfälzischen Ampelkoalition.

Im Verkehrsbereich setzt die neue Bundesregierung klare Akzente. So will man erstmals deutlich mehr Geld in die Schiene als in die Straße investieren. Aus Sicht der drei Partner muss die Bahn in ganz Deutschland zum Rückgrat der Mobilität werden – auch im ländlichen Raum. Hierzu passt das klare Bekenntnis zur Reaktivierung stillgelegter Strecken.

Ein Großteil des deutschen Streckennetzes befindet sich im Besitz der DB Netz AG, welche damit in den Jahren 2017 bis 2019 einen durchschnittlichen Gewinn von 433 Mio. €/Jahr eingefahren hat. Bisher ist die DB Netz AG dazu verpflichtet, ihren kompletten Gewinn an die Konzernmutter abzuführen, daher hatte diese ein natürliches Interesse daran, die Kosten möglichst niedrig zu halten und andererseits einen großen Gewinn zu erwirtschaften. Daher wurden ungenutzte Strecken von der DB Netz AG als verlustbringender Ballast betrachtet und stillgelegt, vernachlässigt oder verkauft. Dies will die neue Bundesregierung nun ändern und die beiden Unternehmen DB Netz und DB Station und Service zu einer neuen gemeinwohlorientierten Infrastruktursparte innerhalb der Deutschen Bahn AG zusammenlegen.

„Mit Schieneninfrastruktur lässt sich gutes Geld verdienen, und endlich sollen diese Einnahmen wieder komplett ins Schienennetz zurückfließen“, freut sich Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. „Hätte es diese Regelung schon vor 10 Jahren gegeben, sähe das Mobilitätsangebot in der Vulkaneifel heute ganz anders aus. Selbst bei den für eine Reaktivierung der Eifelquerbahn überzogen hoch geschätzten Kosten von damals 40 Mio. € hätte man 2012 fünf Strecken von der Länge der Eifelquerbahn reaktivieren können, hat die DB Netz AG doch 2012 einen Gewinn von knapp 200 Mio. € eingefahren“, so Michels weiter.

„Unter den neuen Rahmenbedingungen gilt es daher, nochmals über die bisherige Ablehnung der DB Netz AG zur kurzfristigen Reaktivierung der Eifelquerbahn zu reden. Wir sind daher sehr auf die Antwort des DB Netz-Vorstandsvorsitzenden Frank Sennhenn auf unseren offenen Brief vom 15. November gespannt“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner. „Es geht jetzt darum, die Strecke in einem ersten Schritt so weit instand zu setzen, dass der betriebsfähige Status von 2012 wieder hergestellt wird. Dann könnten bereits im kommenden Jahr wieder Züge zwischen Kaisersesch und Gerolstein verkehren“, so Wießner weiter. Immerhin wurde die Strecke jüngst aufwändig freigeschnitten und nutzbar gemacht, so dass eine Reaktivierung für einen Vorlaufbetrieb umso einfacher zu realisieren wäre.

Parallel dazu gilt es die bereits vor anderthalb Jahren beschlossene Machbarkeitsstudie mit dem nötigen Nachdruck voranzutreiben, um schnellstmöglich Klarheit über die weiteren Schritte hin zu einer vollwertigen SPNV-Reaktivierung der Eifelquerbahn zu erhalten.

„Wir haben jetzt die Chance die Weichen für die Aufnahme eines Vorlaufbetriebs auf der Eifelquerbahn zu stellen. Nach Gesprächen mit Vertretern des Landkreis Vulkaneifel und des Landes Rheinland-Pfalz wollen wir nun schnellstmöglich den Kontakt zum neuen Bundesverkehrsminister aufnehmen“, so Michels.

Deutsche Bahn gibt Kyllbrücke für Bergungsfahrten frei – Eifelquerbahn-Verein sendet Brief an DB Netz Vorstandsvorsitzenden

Mit einiger Verspätung, bedingt durch die Corona-Pandemie, fand am vergangenen Wochenende die Mitgliederversammlung des Eifelquerbahn-Vereins in Masburg statt. Durch zahlreiche Gespräche im Vorfeld der Versammlung ist es gelungen, weitere Mitglieder für die Vorstandsarbeit zu gewinnen, freuen sich die beiden einstimmig im Amt bestätigten Vereinsvorsitzenden, Jens Wießner und Valentin Michels.

Einen weiteren Grund zur Freude lieferte die DB Netz AG. „Von Seiten des Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB Netz AG wurden wir am Montag darüber informiert, dass die Kyllbrücke bei Pelm durch einen Fachexperten für die Bergungsfahrten freigegeben wurde“, so Valentin Michels. Damit ist jetzt der Weg frei, um die mehr als 20 in Gerolstein eingeschlossenen Fahrzeuge von DB Regio und Vulkan-Eifel-Bahn in den nächsten Wochen sukzessive zu überführen.

v.l.n.r. Björn Hennig (Beisitzer), Jannik Stolz (Beisitzer), Noah Wand (Beisitzer), Jörg Hild (Schriftführer), Valentin Michels (stellv. Vorsitzender), Laurenz Schneider (Beisitzer), Jens Wießner (Vorsitzender), Christian Zacher (Schatzmeister)

Bei der einmaligen Nutzung für die Bergung soll es aus Sicht des Vereins aber nicht bleiben. Denn das nun deutlich verstärkte Team hat ein klares Ziel vor Augen: Neben dem Abtransport der in Gerolstein festsitzenden Fahrzeuge soll die Eifelquerbahn sowohl für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelhauptstrecke als auch für die kurzfristige Wiederanbindung der Region an das Schienennetz genutzt werden.

Hierzu wenden sich die beiden Vereinsvorsitzenden in einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG, Herrn Frank Sennhenn. Dabei ist die Idee nicht neu, die Eifelquerbahn auch für den Wiederaufbau der Eifelhauptstrecke zu nutzen, hatte der Verein doch bereits vor einiger Zeit diese Möglichkeit ins Spiel gebracht. Nach Aussagen einer DB-Pressesprecherin stehe dem Ansinnen aber eine mehrjährige Planungs- und Umsetzungsphase für den Neubau der Kyll-Brücke bei Pelm entgegen.

Von Seiten der DB-Pressestelle wurde allerdings übersehen, dass die DB Netz AG bereits im Jahr 2015 zu der Erkenntnis gelangt ist, dass auch eine deutlich schneller und kostengünstiger umsetzbare Sanierung der vorhandenen Brücke möglich ist. Diese Informationen hat die DB den Übernahmekandidaten der Strecke höchstselbst zur Verfügung gestellt. Durch Sanierung statt Neubau der Kyll-Brücke stünde die Eifelquerbahn zeitnah sowohl für Bauzüge als auch für einen Vorlaufbetrieb im Personenverkehr, ähnlich der aktuell in Reaktivierung befindlichen Strecke Euskirchen – Zülpich (Eifel-Bördebahn), zur Verfügung.

Auch der vom Konzernbevollmächtigten für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Herrn Dr. Klaus Vornhusen, vorgebrachte Einwand, dass die stillgelegte Eifelquerbahn nicht für öffentliche Verkehre genutzt werden dürfe, stellt kein wirkliches Hindernis dar.

„Wir haben uns in dieser Angelegenheit bereits im November 2020 an den Geschäftsführer Eisenbahn des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, Martin Henke, gewandt. Er bestätigte uns, dass eine Streckenstilllegung kein größeres Hindernis bei der Wiederinbetriebnahme darstelle, die DB Netz AG müsse nur eine neue Betriebsgenehmigung beantragen. Dieser Vorgang wurde bereits mehrfach durchexerziert“, so der Vereinsvorsitzende Jens Wießner.

Mit Blick auf die anhaltenden Probleme nach der Wiederaufnahme des Betriebs auf dem ersten Abschnitt der Ahrtalbahn sei nun Eile geboten, so die beiden Vereinsvorsitzenden.

„Der Abschnitt der Eifelhauptstrecke von Trier nach Gerolstein ist mehr als fünfmal so lang wie der aktuell in Betrieb genommene Abschnitt der Ahrtalbahn; entsprechend länger wird hier der Wiederaufbau dauern. Zudem ist auf der Eifelhauptstrecke die Leit- und Sicherungstechnik weitestgehend zerstört worden, so dass man dort ohnehin auf lange Zeit nur ein stark ausgedünntes Verkehrsangebot mit reduzierter Geschwindigkeit realisieren kann“, so Valentin Michels. Vor diesem Hintergrund sei eine weitere Anbindung über die Eifelquerbahn unerlässlich für die Region.

Durch einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelhauptstrecke von Gerolstein aus könnten auch die Schülerverkehre auf der Eifelhauptstrecke deutlich früher wieder zurück auf die Schiene verlagert werden.

Eine deutlich schnellere Umsetzung der Bauarbeiten sei auch das Ziel der DB Netz AG, wie diese im Rahmen einer Pressemeldung zum aktuellen Stand der Flutschäden am 12. November 2021 mitteilt.

Mit der Eifelquerbahn verfügt die DB Netz AG bereits über die notwendige Infrastruktur, um diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher zu kommen; sie muss nur genutzt werden!

Download “Offener Brief an den Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG” 211115-Offener-Brief-Reaktivierung-der-Eifelquerbahn.pdf – 636-mal heruntergeladen – 173 kB

Deutsche Bahn intensiviert Arbeiten an Eifelquerbahn

Bis Mitte dieses Monates sollen die Vegetationsarbeit an der Eifelquerbahn abgeschlossen werden, so eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn (DB) gegenüber dem Eifelquerbahn-Verein. Damit die Arbeiten nach dem sehr gemächlichen Start wie geplant abgeschlossen werden können, hat die DB das dafür notwendige Personal an der Strecke aufgestockt.

Mittlerweile laufen die Arbeiten an mehreren Stellen parallel. Während ein Zweiwege-Bagger zwischen Utzerath und Ulmen unterwegs ist, um die Strecke weitläufig freizuschneiden, hat sich ein weiterer Trupp bereits bis hinter den Bahnhof Daun vorgearbeitet und somit die Strecke für den Einsatz des Zweiwegebaggers vorbereitet. Darüber hinaus hat eine weitere Firma im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Dockweiler mit den Vegetationsarbeiten begonnen.

Nach Auskunft der DB-Pressesprecherin führt man parallel zu den Vegetationsarbeiten eine Sichtkontrolle der Schieneninfrastruktur sowie Messungen zur Ermittlung der Gleislage und der Schienenqualität durch. Daneben ist auch eine Instandsetzung der Bahnübergänge entlang der Strecke zu beobachten. „An zahlreichen Bahnübergängen wurden die Spurrillen freigelegt und fehlende oder defekte Andreaskreuze ersetzt“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Ziel der ganzen Maßnahmen sei eine sichere Überführung der Fahrzeuge aus Gerolstein, so die Pressesprecherin der DB. Dafür bedarf es allerdings auch der Befahrbarkeit der Kyll-Brücke bei Gerolstein, welche von der DB weiterhin geprüft werde, so die DB-Pressesprecherin weiter.

„Es klingt wenig plausibel, dass die DB aktuell den ganzen Aufwand betreibt, ohne zu wissen, ob die Kyll-Brücke überhaupt befahren werden kann“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins. Der Verein hat die DB daher um nähere Informationen gebeten; eine Antwort steht hier aktuell noch aus. Dabei sollte die DB bereits über alle notwendigen Informationen verfügen.

„Nach uns vorliegenden Hinweisen hat ein Prüfingenieur im Auftrag der DB bereits im Jahr 2015 festgestellt, dass die Kyll-Brücke saniert werden kann“, so Wießner weiter. Nun ist es an der Zeit, diese Sanierung schnellstmöglich umzusetzen, hatte die Deutsche Bahn bei einem Termin in Mechernich doch bereits weitere Verzögerungen bei der Wiederherstellung der durchgehenden Befahrbarkeit der Eifelstrecke angedeutet.

Deutsche Bahn lässt Eifelquerbahn freischneiden

Vor mehr als 125 Jahre wurde die Region rund um Daun und Ulmen durch den Bau der Eifelquerbahn ans Bahnnetz angebunden. Dem Gelände geschuldet, wurde der knapp 70 Kilometer lange Abschnitt der Eifelquerbahn zwischen Mayen und Gerolstein sehr kurvenreich angelegt. Ähnlich „kurvenreich“ sind auch die jüngsten Entwicklungen rund um die Eifelquerbahn.

Seit der verheerenden Flutkatastrophe vom 14./15. Juli stellt die Eifelquerbahn auf lange Sicht die einzig existierende Verbindung der Region an das Schienennetz der Deutschen Bahn (DB) dar. Wurden entsprechende Überlegungen zur Nutzung der Eifelquerbahn anfangs noch von Vertretern des DB-Konzerns zurückgewiesen, erklärte man nur wenige Wochen später gegenüber dem Eifelquerbahn Verein, genau dies nun zu prüfen. Zu den weiteren Plänen wolle man sich allerdings erste Ende Oktober äußern, so die Pressestelle der DB, nachdem der Eifelquerbahn Verein am 22. September über den unmittelbar bevorstehenden Beginn der Arbeiten zum Freischnitt der Strecke berichtete.

Auch wenn es bisher keine offizielle Bestätigung von Seiten der DB gibt, laufen bereits seit gut drei Wochen die Arbeiten zum Freischnitt der Eifelquerbahn. Im Auftrag der DB Fahrwegdienste GmbH, einer Tochterfirma der DB Netz AG, wird der gut 50 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Kaisersesch und Gerolstein aktuell freigeschnitten. Mit überwiegend leichtem Gerät wurden von Kaisersesch aus in Richtung Westen bisher gut zweieinhalb Kilometer wieder befahrbar gemacht.

„Wo bisher dichter Bewuchs und umgestürzte Bäume ein Durchkommen verhinderten, sieht die Strecke nun wieder so aus, als ob hier jeden Moment ein Zug kommen könnte“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. Dass bisher erst ein kleines Stück der Strecke freigeschnitten wurde, liegt aber weniger am starken Bewuchs, als vielmehr an der Tatsache, dass bisher eher mit leichtem Gerät an maximal 1-2 Tagen in der Woche an der Strecke gearbeitet wurde. „Hier wurde zwar sauber und sorgfältig vorgegangen, aber wenn man weiter in diesem Tempo arbeitet, erreicht man Gerolstein frühestens im September 2022“, so Michels.

Um schneller voranzukommen, befindet daher seit kurzem auch schweres Gerät im Einsatz. Über das bisherige Ergebnis zeigte sich der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins, Jens Wießner, nach einem Kontrollgang am vergangenen Freitag allerdings entsetzt: „Hier wird jetzt ein vollkommen ungeeignetes Fahrzeug eingesetzt, um die Strecke freizuschneiden. Anstatt eines für den Einsatz im Gleisbereich ausgelegten 2-Wege-Baggers, verwendet man einen Raupenbagger, welcher bereits zahlreiche Schäden verursacht hat“.

Bereits vor zwei Wochen hatten Vereinsmitglieder die durch den Einsatz eines Raupenfahrzeugs verursachten Schäden dokumentiert. Anschließend hatte der Verein den Leiter Vertrieb im zuständigen Regionalbereich Mitte der DB Netz AG, Herrn Harald Hartmann, sowie Vertreter der DB Regio als auch der Vulkan-Eifel-Bahn über die dokumentierten Schäden in Kenntnis gesetzt.

„Als wir von Vereinsseite vor mittlerweile zwei Jahren die DB Netz AG um eine Erlaubnis zum behutsamen Streckenfreischnitt in Handarbeit angefragt haben, wurde diese Anfrage durch das Vorstandsmitglied Jens Bergmann mit Verweis auf die ausschließliche Vergabe solcher Arbeiten an „präqualifizierte Unternehmen“ abgewiesen. Das bisherige Ergebnis lässt hieran doch erheblich zweifeln. Dabei haben wir den zuständigen Stellen der DB Netz AG bereits vor einigen Wochen ein uns vorliegendes Angebot eines qualifizierten Unternehmens zum Streckenfreischnitt mit Hilfe eines 2-Wege-Fahrzeugs übermittelt“, so Wießner.

Nachdem nun auch die neuen Schäden dokumentiert waren, wurde hierüber u.a. die Vulkan-Eifel-Bahn als direkt betroffenes Unternehmen in Kenntnis gesetzt, welche sich daraufhin an die DB Netz AG gewandt hat.

Dort scheint man umgehend reagiert zu haben, denn schon am Sonntagmorgen war anstatt des Raupenbaggers nun ein 2-Wege-Bagger an der Strecke anzutreffen. Dieser hatte auch bereits seinen ersten Einsatz, wie man an den Spuren am Gleis gut erkennen konnte.

„Wir begrüßen die schnelle Reaktion der Deutsche Bahn, hier nun endlich ein für die Arbeiten im Gleisbereich geeignetes Fahrzeug einzusetzen. Wir hoffen, dass die weiteren Arbeiten nun mit der notwendigen Sorgfalt und dem entsprechenden Nachdruck schnellstmöglich zum Abschluss gebracht werden. Gibt es doch auch aus der lokalen Politik vermehrt die Forderung, eine kurzfristige, zumindest eingeschränkte, Nutzbarkeit der Strecke herzustellen und schnellstmögliche die Sanierung sowie die Reaktivierung der Strecke umzusetzen. Gerade im Hinblick auf die zahlreichen Rad- und Wandertouristen in der Region sehen wir einen dringenden Bedarf zur kurzfristigen Erreichbarkeit der Region über die Schiene, aber auch mit Blick auf die Bergung der in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge muss die Strecke vor Einbruch des Winters unbedingt befahrbar sein“, so der Vereinsvorsitzende.

Eifelstrecke laut Deutsche Bahn frühestens zum Jahresende 2024 wieder vollständig befahrbar – Eifelquerbahn-Freischnitt hat begonnen

Vor zwei Wochen präsentierte die Deutsche Bahn (DB) einen sehr ambitionierten Zeitplan zum Wiederaufbau der Eifelstrecke: Schon Ende dieses Jahrs sollen die ersten Züge wieder auf dem Abschnitt von Trier nach Auw an der Kyll verkehren, und auf der ganzen Länge der Gesamtstrecke will man „bis zum Sommer 2023 eine erste Befahrbarkeit erreichen“. Leider blieb bisher unbeantwortet, was die DB unter einer „ersten Befahrbarkeit“ versteht. Die Antwort und viele weitere Details liefert nun ein öffentlich zugängliches Dokument von DB NETZE, welches sich mit dem gut 100 km langen Abschnitt von Ehrang bis Nettersheim beschäftigt. Demnach wird der vollständige Wiederaufbau der Eifelhauptstrecke bis mindestens Ende des Jahres 2024 dauern.

Immerhin liegt nun erstmalig eine genaue Schadensübersicht vor, und die hat es absolut in sich: Rund 50 Kilometer beschädigte Gleise, 10 Kilometer neu zu wiederherstellender Bahndämme, mehr als 20 beschädigte Brücken, 29 beschädigte oder zerstörte Bahnübergänge, zahlreiche beschädigte oder zerstörte Stützbauwerke und Flussböschungen, sowie die weitestgehende Zerstörung der Stellwerkstechnik zwischen Gerolstein und Ehrang – das ist die traurige Bilanz der Hochwasserkatastrophe in Bezug auf den rheinland-pfälzischen Teil der Eifelstrecke.

Die zerstörten Stellwerke sollen im Rahmen des Wiederaufbaus der Eifelstrecke durch ein modernes elektronisches Stellwerk (ESTW) ersetzt werden, welches seinen Betrieb zum August 2023 aufnehmen soll. Bis dahin wird zwischen Gerolstein und Ehrang laut DB nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot, mit „nur einem Zug pro Richtung“, möglich sein.

„Mit Blick auf den bisherigen Fahrplan bedeutet dies im Idealfall einen 2-Stundentakt zwischen Trier und Gerolstein, abhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit der Abschnitt befahren werden kann. Über diese Tatsache hat die DB in ihrer letzten Pressemeldung kein Wort verloren“, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. „Wir erleben nun zum wiederholten Mal, wie die Deutsche Bahn die Menschen mit ihren Aussagen in die Irre führt“, kritisiert Wießner das Verhalten der Deutschen Bahn.

Damit spielt er auch auf die Aussagen der DB zur kurzfristigen Nutzung der Eifelquerbahn an, welche nun immer mehr in den Fokus rückt. „Für die kommende Sitzung des Kreistags Vulkaneifel liegen mittlerweile zwei Anträge zu Eifelquerbahn und Eifelstrecke vor. Möchte man die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) des Schienennetzes in der Region verbessern, kommt man an der Reaktivierung der Eifelquerbahn nicht vorbei. Denn wie die Eifel-Börde-Bahn für die Region Euskirchen, so stellt die Eifelquerbahn für die Region Vulkaneifel einen weiteren Zugang zum europäischen Schienennetz dar, den es nun zu nutzen gilt“, so Valentin Michels, stellvertretender Vereinsvorsitzender.

Und dieser Nutzung ist man mittlerweile einen bedeutenden Schritt nähergekommen, hat die Deutsche Bahn doch jüngst mit dem Streckenfreischnitt der Eifelquerbahn begonnen.

In Anbetracht der noch bis mindestens Ende 2024 dauernden Arbeiten an der Eifelstrecke ist es daher richtig, beide Strecken im Blick zu haben. Für die stark zerstörte Eifelstrecke sollte es heißen, alle anstehenden Maßnahmen zukunftssicher zu gestalten. „Die DB hat das Ziel ausgegeben, den Wiederaufbau mit modernster Technik umzusetzen. Daher müssen beim Wiederaufbau der Leit- und Sicherungstechnik, Bahndämme und Bahnübergänge sowie Brücken und weiterer Bauwerke auch der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Eifelstrecke berücksichtigt werden“, so Michels.

Unabhängig davon ist mittlerweile mehr als deutlich geworden, dass die vollständige Wiederherstellung der Eifelhauptstrecke über Gerolstein noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird. Aus Vereinssicht liegen die nächsten Schritte daher klar auf der Hand. Bis zum Frühjahr muss die stillgelegte, aber intakte Eifelquerbahn als auf lange Sicht einzige befahrbare Verbindung in die Region Vulkaneifel so weit ertüchtigt werden, dass ein Betrieb, wie er bis ins Jahr 2012 stattgefunden hat, wieder möglich wird. Dann könnte die Strecke nicht nur für Überführungsfahrten und Bauzüge, sondern auch für Personenzüge genutzt werden. In der aktuellen Situation würde hiervon insbesondere die lokale Tourismusbranche profitieren. Aber auch die ohnehin anstehende Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Eifelquerbahn muss nun zügig zum Abschluss gebracht werden.

„Bis Frühjahr nächsten Jahres brauchen wir Klarheit, wie ein reguläres SPNV-Angebot auf der Eifelquerbahn aussehen soll. Dann können die Förderanträge beim Bundesverkehrsministerium gestellt und die weiteren Planungen vorangetrieben werden. Hier gilt es auch den Abschnitt von Mayen nach Kaisersesch mit einzubeziehen, damit die Strecke durchgängig auf die aktuell gültigen Streckenstandards modernisiert werden kann“, so Valentin Michels. Es gilt jetzt, die Eisenbahninfrastruktur der Region fit für die Zukunft zu machen, hierzu zählen: Für die Eifelstrecke der resiliente Wiederaufbau, der zweigleisige Ausbau sowie die Elektrifizierung und für die Eifelquerbahn die Reaktivierung und Modernisierung. Nicht irgendwann – sondern jetzt!

Link zum Dokument der DB NETZE: hier klicken

Entscheidung über Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn offenbar gefallen

Nach der Anfang September erfolgten Prüfung der Kyll-Brücke bei Pelm durch die DB Netz AG und den Rangierarbeiten unter Beteiligung der Vulkan-Eifel-Bahn in der vergangenen Woche im Bahnhof Gerolstein, kündigen sich nun weitere Aktivitäten an. Wie mehrere Quellen aus dem Umfeld des Deutsche Bahn (DB) Konzerns übereinstimmend berichten, stehen die Arbeiten zum Freischnitt der Eifelquerbahn unmittelbar bevor. Eine offizielle Bestätigung der DB-Pressestelle sowie des zuständigen Bereichs Mitte der DB Netz auf eine entsprechende Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins stehe aktuell allerdings noch aus, so Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Deutlich schneller reagierte dagegen die DB Regio AG. So standen die im Auftrag der DB Regio durchgeführten Rangierarbeiten in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit den Modernisierungsmaßnahmen im Bahnhof Gerolstein. Um diese nicht zu behindern, wurden die beiden am Bahnsteig gestrandeten Fahrzeuge in der letzten Woche erfolgreich in den Abstellbereich des Bahnhofs rangiert, wie die DB Regio auf Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins mitteilte.

Dabei wird die momentan ruhende Modernisierungsmaßnahme von den aktuellen Entwicklungen gerade eingeholt. So fordert nun auch der Rat der Verbandsgemeinde Gerolstein in einer einstimmig verabschiedeten Resolution eine bessere Anbindung der Region ans Schienennetz. Hierzu gehören die Reaktivierung der Eifelquerbahn im regulären Betrieb, der zweigleisige Ausbau der Eifelstrecke sowie deren Elektrifizierung. Und genau hier liegt das Problem, denn die Höhe der aktuell in Bau befindliche Fußgängerüberführung reicht nicht für eine spätere Elektrifizierung aus, wie DB Station&Service bereits im Februar dieses Jahres gegenüber dem Eifelquerbahn-Verein bestätigte. Hier gilt es nun zu prüfen, wie die Baumaßnahmen am besten an die neuen Anforderungen angepasst werden können.

Aber auch die Planungen zur schrittweisen Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke gilt es erneut zu prüfen, zeichnet sich doch nun die Möglichkeit ab, unter Nutzung der Eifelquerbahn den Abschnitt Gerolstein – Nettersheim deutlich früher wieder in Betrieb zu nehmen.

„Der überwiegende Teil der Pendler nutzt die Eifelstrecke für Fahrten in Richtung Köln. Zöge man nun die Arbeiten im 39 Kilometer langen Abschnitt Gerolstein – Nettersheim vor, so könnte bereits im Frühjahr 2022 ein Großteil der Strecke in Richtung Köln wieder befahrbar sein. Hiervon würden sowohl Berufspendler als auch Schüler durch deutlich kürzere Fahrzeiten gegenüber dem Schienenersatzverkehr (SEV) profitieren“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins.

Unabhängig davon wird die Region noch bis weit ins Jahr 2023 hinein nur eingeschränkt aus Richtung Köln/Bonn erreichbar sein, ein Problem, welches vor allem den Tourismussektor trifft. „Mit Blick auf die kommende Saison brauchen wir gute Lösungen, wie wir Rad- und Wandertouristen, auch ohne Auto, in die Region bekommen. Eine reaktivierte Eifelquerbahn könnte hier einen wichtigen Beitrag leisten“, ist Wießner überzeugt.

Sein Vorschlag: „Wir müssen Land, Deutsche Bahn, den Zweckverband SPNV-Nord, Kommunen und mögliche Partner an einen Tisch bringen, um gemeinsam ein kurzfristig umsetzbares Konzept zu erarbeiten. Hier sehen wir insbesondere das Land in der Verantwortung, die Kommunen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.“

Triebwagen im Bahnhof Gerolstein – Naht die Abfahrt über die Eifelquerbahn?

Auch mehr als 8 Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist der Bahnhof Gerolstein weiterhin nicht über die Schiene zu erreichen, trotzdem sollte es am 15. September, erstmals seit zwei Monaten, wieder Zugbetrieb in Gerolstein geben.

Wegen der durch die Flutkatastrophe verursachten Schäden an den Triebfahrzeugen der DB Regio NRW können sich diese nicht mehr aus eigener Kraft fortbewegen. Da war es Glück im Unglück, dass im benachbarten Betriebsgeländer der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB) eine ebenfalls eingeschlossene, aber unbeschädigte Lok zur Verfügung stand.

So machte man sich Mittwoch morgens auf den Weg vom Betriebsgelände der VEB in Richtung Bahnhof Gerolstein. Unter normalen Umständen nichts Spektakuläres, aktuell aber nun eine größere Herausforderung, wurde beim Hochwasser doch auch die gesamte Leit- und Sicherungstechnik zerstört. Anstatt die Weichen einfach vom Stellwerk aus zu stellen, mussten alle benötigten Weichen vor Ort „händisch“ betätigt werden. Erst dann konnten sich die Loks im Schritttempo auf den Weg in Richtung Bahnhof machen. In der mehr als zwei Stunden dauernden Aktion wurden die beiden am Bahnsteig von Gleis 4 gestrandeten Fahrzeuge in den Abstellbereich des Bahnhofs überführt.

Aber wozu das Ganze? Die Werkstatt in Köln wird man frühestens in zwei Jahren über die Eifelstrecke erreichen können, strebt die Deutsche Bahn doch nach eigener Aussage eine „erste Befahrbarkeit“ der gesamten Eifelstrecke bis Sommer 2023 an, wobei der Abschnitt zwischen Nettersheim und Kall als letztes in Betrieb gehen soll. Inwieweit die Infrastruktur dann bereits wieder einen regulären Stundentakt, entsprechend dem bis zum 14. Juli 2021 gültigen Fahrplan erlaubt, bleibt abzuwarten.

Auf Anfrage des Eifelquerbahn-Vereins teilte ein Vertreter der DB Regio AG mit, man sehe in der Bergung der Triebwagen über die Eifelquerbahn eine kurzfristige Möglichkeit, die Fahrzeuge zur Instandsetzung zu überführen.

„Mit der gestrigen Aktion steht fest, dass sowohl die Fahrzeuge rollfähig sind als auch die benötigten Fahrstraßen manuell gestellt werden können. Was jetzt noch fehlt, ist eine offizielle Aussage der DB Netz AG zum Ergebnis der Untersuchung der Eifelquerbahn, hier insbesondere der Kyllbrücke bei Pelm. Der Freischnitt der Strecke könnte dann, mit maschineller Unterstützung, innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Geht man davon aus, dass die gestrige Aktion nicht zum Spaß durchgeführt wurde, so spricht einiges dafür, dass die Untersuchungsergebnisse mittlerweile vorliegen dürften und sowohl DB Regio als auch die Vulkan-Eifel-Bahn auf eine baldige Überführung ihrer beschädigten Fahrzeuge über die stillgelegte, aber intakte Eifelquerbahn in die Werkstatt hoffen dürfen.

Deutsche Bahn beginnt mit Überprüfung der Eifelquerbahn

Nach der anfänglich sehr zurückhaltenden Reaktion der Deutschen Bahn in Bezug auf eine mögliche Nutzung der Eifelquerbahn im Rahmen des Wiederaufbaus der Eifelstrecke, gibt es nun doch erste Aktivitäten in diese Richtung. So sind seit einigen Tagen Mitarbeiter der DB Netz AG mit der Überprüfung der Kyll-Brücke bei Pelm beschäftigt. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Instandsetzung der nach dem 2. Weltkrieg nur als Behelfsbrücke wiederaufgebauten Kyll-Brücke bei Pelm, welche seit einem TÜV-Gutachten aus dem Jahr 2014 als problematisch gilt.

„Leider wurde es in den letzten 75 Jahren versäumt, dieses Provisorium durch einen Neubau zu ersetzen“, so Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. Dieser vermeintliche Nachteil könnte sich nun aber als Vorteil für die anstehende Sanierung erweisen: „Die modulare Bauweise von Behelfsbrücken macht eine Instandsetzung einfacher. Wir haben bereits im Jahr 2019 mit einem Brückenbauingenieur über konkrete Vorschläge zur Sanierung der Pelmer Brücke gesprochen“, so Michels.

Güterzug im Dezember 2012 auf der Kyllbrücke bei Pelm

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten kann mit der Bergung der in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge begonnen werden. „Alleine die vier in Gerolstein gestrandeten Fahrzeuge der DB Regio NRW dürften zusammen einen Wert von mehr als 16 Millionen Euro haben. Ohne eine Bergung über die Eifelquerbahn würde man diese nach Wiederherstellung der Eifelstrecke nur noch für teures Geld entsorgen können“, so Jens Wießner, Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins. Ähnlich sähe es dann auch für die durch die Flutkatastrophe beschädigten Fahrzeuge der Vulkan-Eifel-Bahn aus.

Nach der Bergung der Fahrzeuge gilt es, schnellstmöglich die Wiederherstellung der Eifelstrecke in Richtung Birresborn anzugehen, befindet sich doch in diesem 7 Kilometer langen Abschnitt die Verladestelle „Gerolstein Basalt“, von der aus der zum Wiederaufbau benötigte Gleisschotter direkt auf die Bahn verladen werden kann. Beim Wiederaufbau gilt es auch, die Eifelstrecke fit für die Zukunft zu machen und bereits heute die notwendigen Voraussetzungen für die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau zu schaffen.

„In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits einen Beschluss des nvr (Nahverkehr Rheinland) mit der konkreten Forderung, sowohl die Elektrifizierung als auch den zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke beim Wiederaufbau zu berücksichtigen, um so die Attraktivität der Eifelstrecke nachhaltig zu verbessern. Aber auch aus Rheinland-Pfalz werden ähnliche Forderungen immer lauter“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins. „Wir stehen aktuell im Austausch mit den Bundestagskandidaten sowie den Landes- und Kommunalvertretern. Der zukunftssichere Wiederaufbau der Eifelstrecke wird auch hier als dringliche Forderung angesehen und auch die Einbeziehung der Eifelquerbahn für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelstrecke ist durchweg auf positive Resonanz gestoßen“, so Wießner weiter.


Nach Bestätigung durch DB: Laufende Untersuchung zur Eifelquerbahn eröffnet Weg für pragmatische Lösungen für die Eifelstrecke

Waren Vertreter der Deutschen Bahn (DB) beim gemeinsamen Ortstermin mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Gerolstein noch darum bemüht, Optimismus in Bezug auf die Wiederinbetriebnahme der Eifelstrecke zu verbreiten, räumt der Konzern mittlerweile ein, dass die Beseitigung der Schäden sowie der abschnittsweise Neubau der Strecke deutlich länger dauern werde als noch Ende Juli allzu optimistisch verkündet.

Bis mindestens Ende 2022 wird es dauern, bevor in der Eifel wieder Züge fahren, so die aktuelle Prognose der Deutschen Bahn. Doch auch diese ist mit Vorsicht zu genießen, gilt es doch erst einmal den Abschluss der nötigen Planungen abzuwarten. Dies stellt nicht nur Schüler und Berufspendler vor große Probleme, denn auch lokale Unternehmen und die Tourismusbranche sind auf die Schienenverbindung angewiesen.

Wie der Konzernbevollmächtigte der DB für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Dr. Klaus Vornhusen, gegenüber dem Eifelquerbahn Verein bestätigte, wird im Rahmen der aktuell laufenden Untersuchungen weiterhin auch die Möglichkeit zur Nutzung der Eifelquerbahn untersucht. Damit besteht die Chance, der Region durch schnelle und pragmatische Lösungen kurzfristig zumindest ein Stück weit Normalität zurückzugeben.

Ein Vorschlag, wie solch eine Lösung aussehen könnte, kommt vom Eifelquerbahn-Verein. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Valentin Michels:

„Grundvoraussetzung ist der Vorschlag, die Eifelquerbahnstrecke als sogenanntes Baugleis wieder in Betrieb zu. Dadurch, dass Gerolstein in der Vergangenheit vom Rückbauwahn der Deutschen Bahn verschont geblieben ist, bietet der große Bahnhof nämlich die ideale Basis als Stützpunkt zur Wiederinstandsetzung der Eifelstrecke. Von hier aus kann in einem ersten Schritt die Instandsetzung nach Norden in Richtung Jünkerath und nach Süden in Richtung Densborn erfolgen. Damit würden wir die Schülerverkehre wieder zurück auf die Schiene bekommen und auch ein direkter Anschluss an den Schnellbus in Jünkerath wäre hiermit gegeben.“

Aber auch die Anbindung ans deutsche Schienennetz ließe sich auf diesem Wege wiederherstellen.

Konkret umfasst der Vorschlag die Einrichtung dreier Linien, welche auch ohne die aktuell beschädigte Leit- und Sicherungstechnik betrieben werden können:

  • Gerolstein – Densborn über Gleis 2
  • Gerolstein – Jünkerath über Gleis 3
  • Gerolstein – Kaisersesch über Gleis 1

Bei dieser Aufteilung können alle drei Linien autark verkehren, ohne dass die Notwendigkeit von Zugkreuzungen gegeben ist.


Angesprochen auf die Tatsache, dass ein Großteil der hierfür benötigten Fahrzeuge aktuell doch gar nicht zur Verfügung stehe, erwidert der Vereinsvorsitzende, Jens Wießner: „Das ist überhaupt kein Problem, die Konzerntochter DB Gebrauchtzug hat aktuell verschiedene Dieseltriebwagen im Angebot. Ich bin mir aber sicher, dass notfalls auch die Vulkan-Eifel-Bahn mit ihrem Fuhrpark aushelfen würde.“

Dem Einwand, dass die Eifelquerbahnstrecke nicht den aktuellen Anforderungen eines SPNV-Betriebs genüge, widerspricht Wießner: „Wir reden hier ja nicht über einen SPNV-Vollbetrieb, sondern über eine Art Vorlauf-Betrieb, wie er auch eine Zeitlang auf der Eifel-Börde-Bahn praktiziert wurde. Hierfür reichen die auf der Strecke vorhandenen technischen Sicherungseinrichtungen in den Bahnhöfen Kaisersesch, Ulmen, Daun und Gerolstein vollkommen aus, erlauben diese doch sogar Zugbegegnungen in den Bahnhöfen Ulmen und Daun.“

Sollte es nötig sein, Bahnübergänge zusätzlich zu sichern, wäre auch dies kein Problem. „Es wäre nicht das erste Mal, dass die Deutsche Bahn für die Sicherung von Bahnübergängen auf Sicherungsposten zurückgreift.“, ergänzt Michels.

„JETZT ist die Zeit für pragmatische Lösungen, daher muss die Deutsche Bahn nun endlich Klarheit schaffen, wie sie die Region wieder schnellstmöglich an die Schiene anbinden will.“, fordern die beiden Vorsitzenden.

Auf dem falschen Gleis unterwegs – Deutsche Bahn irritiert mit Aussagen zur Eifelquerbahn

Nach der Sperrung der Eifelstrecke hat der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord die Nutzung der Eifelquerbahn ins Spiel gebracht. Mit der Einrichtung eines sogenannten „Baugleises“ ließen sich hierüber einerseits die in Gerolstein eingeschlossenen, vom Hochwasser beschädigten Fahrzeuge in eine Werkstatt überführen, und andererseits könnten dringend benötigte Gleisbaumaschinen und Materialien, wie Schienen, Schwellen und Weichen für einen schnelleren Wiederaufbau der Eifelstrecke von Andernach aus zugeführt werden. Diesem von zahlreichen Verbänden befürworteten Vorschlag erteilten Vertreter der Deutschen Bahn bisher eine Absage. Die hierbei angeführten Gründe sorgen allerdings für große Irritationen.

Nach Aussage von Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte Region Mitte der DB, sei eine kurzfristige Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn gar nicht möglich: „Die Gleise der Eifelquerbahn müssten dazu neu aufgebaut werden“, so Bolte. Dies irritiert insofern, als dass die Strecke noch komplett vorhanden ist und der Abschnitt von Kaisersesch bis Ulmen im Jahr 2008 erst umfangreich saniert wurde und die DB Netz AG vor nicht einmal zwei Jahren noch offiziell von lediglich 20 zu tauschenden Schwellen im Bereich Hohenfels-Essingen sprach. Auch auf Strecken mit starkem Bewuchs lässt sich innerhalb relativ kurzer Zeit ein Baugleis einrichten, dies zeigen Projekte wie die Ilztalbahn im bayrischen Wald oder die Brexbachtalbahn im Westerwald. Eine Erklärung, warum dies laut der DB nun bei der vom Hochwasser nicht beschädigten Eifelquerbahn nicht möglich sein soll, blieb man allerdings schuldig.

Überhaupt wäre eine Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn gar nicht nötig, zeigte sich der Konzernbevollmächtigte der DB für Rheinland-Pfalz, Dr. Klaus Vornhusen, überzeugt. „Wir haben die Erwartung, dass wir mit der Eifelstrecke schneller fertig sind, als die Reaktivierung der Eifelquerbahn einen positiven Effekt zeigen würde“, so Dr. Vornhusen. Aktuelle Bilder vom Zustand der Eifelstrecke lassen allerdings große Zweifel an dieser Aussage aufkommen.

Hangrutsche, unterspülte Brücken und Pfeiler, zerstörte Gleise und Sicherungstechnik auf mehreren Kilometer, so sieht es aktuell an der Eifelstrecke aus. Nicht vor Dezember dieses Jahres soll Mechernich wieder von Köln aus zu erreichen sein, und eine Wiederinbetriebnahme der weiteren Strecke über Kall und Gerolstein bis nach Trier soll aller Voraussicht nach nicht vor Dezember 2022 erfolgen. Dabei sind solche Schätzungen mit Vorsicht zu genießen, sind doch noch längst nicht alle Schäden erfasst. Auch die weiterhin schlechte Versorgung mit Halbleiterprodukten dürfte eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der Leit- und Sicherungstechnik spielen.

„Noch bis ins Jahr 2012 fuhren schwere, mit mehreren Lokomotiven bespannte Güterzüge über die Eifelquerbahn. Jetzt soll nicht einmal die Überführung von Triebwagen möglich sein“, zeigt sich der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins, Jens Wießner, sichtlich irritiert über die Aussagen der Deutschen Bahn. Die Strecke war bis zuletzt für Fahrzeuge bis zu einer Radsatzlast von 20t freigegeben, dies entspricht der üblichen Einstufung von Nebenbahnen. Dies gilt im Übrigen auch für den vor 20 Jahren reaktivierten Streckenabschnitt von Mayen Ost nach Kaisersesch. Die Einrichtung eines Baugleises auf der Eifelquerbahn würde die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um flexibel auf die weitere Entwicklung rund um die Eifelstrecke reagieren zu können. Davon, dass dies, entgegen der bisherigen Aussagen der DB, mit überschaubarem Aufwand umzusetzen wäre, ist der Vorsitzende des Eifelquerbahn Vereins überzeugt. Mit dieser Meinung steht er im Übrigen nicht alleine da, teilen doch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sowie die Allianz pro Schiene diese Auffassung. Der Verein hat sich daher mittlerweile auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und den für Infrastruktur zuständigen Deutsche Bahn Vorstand Ronald Pofalla gewandt.