„Radweg ist keine Trassensicherung“ – Übernahmeinteressenten suchen Gespräch mit den Kommunen

Knapp 10 Fußminuten vom Bahnhof Daun entfernt fand am Montagabend im „Forum Daun“ ein Fachgespräch zur „Zukunft der Eifelquerbahn“ auf Einladung von Astrid Schmitt (MdL, SPD) statt.

Nach Begrüßung der anwesenden Gäste und einer kurzen Einführung folgte ein Vortrag von Dr. jur. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV), zum Thema „Perspektiven der Reaktivierung von Bahnstrecken“, in dem er auf die gestiegene Bedeutung der Schiene und neue Möglichkeiten der Reaktivierung von Eisenbahnstrecken einging.

Im Anschluss erfolgte eine Vorstellungsrunde, in welcher Eifelquerbahn e.V., sowie die beiden Übernahmeinteressenten, Brohltalbahn-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH (BEG) und Eifelbahn Verkehrsgesellschaft (EVG), sich und ihre Planungen bezüglich der Eifelquerbahn präsentierten.

Forum Daun

Dabei ging man auf verschiedene Aspekte zum Thema Eifelquerbahn und deren Bedeutung für die Region Vulkaneifel ein. In Bezug auf den von den Verbandsgemeinden und Landkreisen angedachten Radweg wurde eine erste, vorsichtige Kostenschätzung, von 15-20 Millionen Euro geäußert. Bei dieser Summe sei man nicht mehr weit von der im Gutachten zur Reaktivierung der Eifelquerbahn genannten Summe von 24 Millionen Euro entfernt. An den – bisher unter Verschluss gehaltenen – Gutachten ließ Alexander Kirfel, Vertreter der EVG, kein gutes Haar, da die dort aufgeführten Kosten und Vorgaben weit über den gesetzlichen Anforderungen lägen. Alleine die Kosten für eines der beiden Gutachten, die vom Verkehrsministerium und vom Zweckverband SPNV Nord getragen worden seien, überstiegen mit 1,34 Mio. Euro die aktuell von der DB Netz AG veranschlagten Kosten von 1 Mio. Euro zur Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn.

Nachdem uns das Gutachten über die Reaktivierung eines touristischen Ausflugsverkehrs durch das Büro StadtLandBahn (24 Mio.  Euro Invest) schon einige Zeit vorliegt, steht uns seit Anfang dieser Woche nun auch die Untersuchung zur Ertüchtigung der Infrastruktur für SPNV von BPB (40 Mio. Euro Invest) zur Verfügung. Auf Basis der uns nun vorliegenden Informationen kann man nur davon ausgehen, dass das Ziel dieser Gutachten eine Verhinderung der Reaktivierung der Eifelquerbahn war.

Gutachten zur Reaktivierung(sverhinderung)

Aktuell gehen beide Interessenten davon aus, dass die Verhandlungen mit der DB Netz AG bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden können. Stephan Pauly, Vorsitzender der BEG-Gesellschafterversammlung, kündigte ebenso wie Alexander Kirfel eine Einladung an die Vertreter der Kommunen an, um das weitere Vorgehen zu besprechen, mit dem Ziel, einen gemeinsam Weg zur Reaktivierung der Eifelquerbahn zu finden. Darüber hinaus werde man, gemeinsam mit der Vulkan-Eifel-Bahn, ein Beratungsunternehmen mit einer Untersuchung zu möglichen Fördertöpfen, auch auf EU-Ebene, beauftragen. Auch gab es den Hinweis in Richtung der kommunalen Gebietskörperschaften, dass mit dem Bau eines Radweges keineswegs die Trasse gesichert würde, sondern ganz im Gegenteil die Strecke nach einer erfolgten Entwidmung für die Eisenbahn unwiederbringlich verloren sei.

Im Rahmen weiterer Wortmeldungen wurde darauf hingewiesen, dass eine Reaktivierung der Eifelquerbahn nur in Gänze sinnvoll sei und am Ende aller Bemühungen die Wiederaufnahme des SPNV stehen müsse. Dem stimmte auch Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn e.V., zu, wies aber zugleich drauf hin, dass eine Reaktivierung nur schrittweise erfolgen könne und man sich von Vereinsseite erst einmal auf die Abschnitte konzentrieren möchte, die sich auch mit überschaubarem Aufwand reaktivieren ließen.

Zum Ende der gut 2 stündigen Veranstaltung wurde der Vorschlag geäußert, den kommunalen Arbeitskreis Eifelquerbahn zu reaktivieren.

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