IG Westeifelbahn e. V. und Eifelquerbahn e. V. formulieren Widerspruch zur Entwidmung der Westeifelbahn

Das endgültige Aus der Westeifelbahn von Gerolstein nach Prüm steht unmittelbar bevor, zumindest dann, wenn der Bescheid zur Freistellung der Westeifelbahn von Gerolstein nach Prüm von Bahnbetriebszwecken Rechtskraft erlangen sollte.

Nun ruht der Verkehr auf der Strecke bereits seit vielen Jahren und auch die Eigentümerkommunen, die Stadt Gerolstein und die Verbandsgemeinde Prüm, drängen schon seit längerem darauf, die Strecke von Bahnbetriebszwecken freizustellen und durch einen Radweg zu ersetzen; was also spricht gegen die Entscheidung der Aufsichtsbehörde?

„In erster Linie die Anforderungen des Allgemeinen Eisenbahn Gesetzes (AEG), welches entsprechend hohe Hürden für eine im Volksmund ‚Entwidmung‘ genannte Freistellung von Bahnbetriebszwecken aufstellt“, so Bernd Kruse, 1. Vorsitzender der IG Westeifelbahn e. V. Konkret fordert das Gesetz die Feststellung, dass „langfristig eine Nutzung der Infrastruktur im Rahmen der Zweckbestimmung nicht mehr zu erwarten ist“.

„Die Bahn ist das Verkehrsmittel der Zukunft und spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzkonzept der Bundesregierung“, so Jens Wießner, 1. Vorsitzender des Eifelquerbahn e. V. „Das klare Ziel ist es die Bahn wieder zurück in die Fläche zu bringen und damit die Anbindung des ländlichen Raumes deutlich zu verbessern. Diese Pläne stehen im klaren Widerspruch zu den Anforderungen, die das AEG an eine Entwidmung stellt“, so Wießner weiter.

Häufig wird als Begründung für die Entwidmung angeführt, dass auf der Strecke seit Jahrzehnten kein Schienenpersonennahverkehr mehr angeboten wird. Dass dies kein Ausschlusskriterium ist, zeigt exemplarisch die Reaktivierung der Bentheimer Bahn, welche im letzten Jahr nach über 40 Jahren im SPNV erfolgreich reaktiviert wurde. Wie bei allen Reaktivierungsvorhaben der letzten Jahre liegen auch hier die Fahrgastzahlen weit über den von den Gutachtern prognostizierten Zahlen.

Auch die Finanzierung einer möglichen Reaktivierung ist heutzutage deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. So fördert das Land Rheinland-Pfalz touristische Reaktivierung von Bahnstrecken mit bis zu 85 Prozent der Gesamtkosten. Eine Reaktivierung im regulären SPNV würde durch den Bund sogar mit bis zu 90 Prozent gefördert, so dass Land und Kommunen zusammen nur noch 10 Prozent der Reaktivierungskosten aufbringen müssen.

Der Erhalt der Bahnstrecke bedeutet auch keineswegs das Aus für die Radwegepläne der Kommunen. „Die Westeifelbahn wurde im Jahr 1907/08 zweigleisig ausgebaut, somit steht ausreichend Platz für die Bahn als auch den Radweg zur Verfügung“, so Bernd Kruse. Dass dieses Konzept sehr gut funktioniert, zeigt das Zusammenspiel von Bahn und Radweg am Beispiel des Kyllradweges entlang der Eifelstrecke von Trier nach Köln.

Im Übrigen gilt weiterhin der im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung festgeschriebene Grundsatz „Trassensicherung vor Entwidmung“, wogegen der aktuelle Freistellungsbescheid eindeutig verstößt. Und auch wenn es manchmal gerne so dargestellt wird, ein Radweg ist keine Trassensicherung.

Daher fordern beide Vereine die Rücknahme des Freistellungsbescheides und die Durchführung einer Machbarkeitsstudie für eine kombinierte Nutzung der Trasse durch Bahn und Radweg unter den aktuellen Bedingungen, denn dies wäre ein echter Mehrwert für die Region.

 

Genug Platz für einen Radweg gibt es auch noch neben den Gleisen der Westeifelbahn

Reaktivierung, Wasserstoffzug und Schienenpakt

Die Verbandsgemeinderäte von Ulmen und Kaisersesch sprechen sich für eine Reaktivierung der Eifelquerbahn aus. In Kaisersesch setzt man auf einen kommunalen Zweckverband, sowie einen Wasserstoffzug, der mit in Kaisersesch hergestelltem Wasserstoff betriebenen werden soll. In Berlin stellte unterdessen Bundesverkehrsminister Scheuer den neuen Schienenpakt vor.

In der vergangenen Woche stand sowohl in Kaisersesch als auch in Ulmen das Thema Reaktivierung der Eifelquerbahn auf der Tagesordnung der Verbandsgemeinderäte. Entsprechender Anträge wurden durch die SPD-Fraktionen eingebracht. In Kaisersesch begrüßte Verbandsbürgermeister Albert Jung die Planungen des Zweckverbandes SPNV Rheinland-Pfalz Nord zur Einrichtung eines RE von Gerolstein über Kaisersesch bis nach Koblenz. Dabei könnte der Verbandsgemeinde Kaisersesch eine besondere Rolle zukommen. So ist Kaisersesch eines von deutschlandweit drei Stadtquartieren im Rahmen des Projekts SmartQuart des Energieunternehmens innogy und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Im Rahmen dieses Projekts soll der weitestgehende Verzicht auf fossile Energieträger im kommunalen Bereich unter realen Bedingungen erprobt werden. Als Alternative zu fossilen Energieträgern setzt man in Kaisersesch auf Wasserstoff. Mit dem in Kaisersesch produzierten Wasserstoff könnten zukünftig auch die Züge der Eifelquerbahn betrieben werden. Entsprechende Planungen zur Erprobung von wasserstoffbetriebenen Zügen wurden durch den Zweckverband SPNV Nord bereits im August 2019 auf den Weg gebracht.

Auch in Ulmen begrüßte man die aktuellen Entwicklungen und wies auf die Bedeutung einer Reaktivierung der Eifelquerbahn für die Region hin.

Wenn es auch einige kritische Stimmen gab, so stimmten am Ende beide Verbandsgemeinderäte mit großer Mehrheit für einen weiteren Anlauf zur Reaktivierung der Eifelquerbahn. Während man in Ulmen die weiteren Entwicklungen abwarten möchte, sprach sich der Verbandsgemeinderat in Kaisersesch für eine Beteiligung an einem noch zu gründenden kommunalen Zweckverband zur Übernahme der Eifelquerbahn-Infrastruktur aus und beauftragte die Verwaltung, sich beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über die Fördermöglichkeiten eines mit Wasserstoff betriebenen Zugs zu erkundigen.

Unterdessen stellte Bundesverkehrsminister Scheuer in Berlin am vergangenen Dienstag den Schienenpakt vor. Unter dem Motto „Öfter, Schneller, Überall“ soll der Schienenpersonenverkehr in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden, um so die Fahrgastzahlen bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Hierzu sollen Regional- und Fernverkehr besser miteinander verknüpft und somit die Umsteigezeiten deutlich verbessert werden. Auch soll es bei neuen Vorhaben erst darum gehen, ein entsprechendes Fahrplanangebot zu definieren und daraufhin die nötige Infrastruktur zu schaffen. Diesen neuen Ansatz verfolgt aktuell auch der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord bei den Planungen zu einer möglichen Reaktivierung der Eifelquerbahn. In diesem Zusammenhang sind auch die Äußerung von Bundesverkehrsminister Scheuer in Bezug auf den Ausbau des SPNV-Angebots im ländlichen Raum zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse zu begrüßen.

Der Eifelquerbahn e. V. unterstützt die aktuellen Entscheidungen auf kommunaler Ebene, hin zu einem leistungsfähigen, modernen und klimaschonenden Mobilitätsangebot für die gesamte Region. Auch der durch Bundesverkehrsminister Scheuer vorgestellte Schienenpakt ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer Reaktivierung der Eifelquerbahn, trägt diese doch sowohl zu einer besseren Anbindung des ländlichen Raumes, als auch zu einer deutlichen Verbesserung der Fahrzeiten zwischen Gerolstein und Koblenz bei.

Machbarkeitsstudie für Regional-Express beschlossen

Der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord hat auf seiner heutigen Verbandsversammlung die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Einrichtung eines Regional-Express-Angebots (RE) auf der Eifelquerbahn beschlossen. Dies ist aus Sicht des Eifelquerbahn e.V. ein wichtiger Schritt zur Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Kaisersesch und Gerolstein.

Basis des heutigen Beschlusses ist die gemeinsam mit dem Dresdener Ingenieurbüro iRFP entwickelte Angebotskonzeption. Demnach soll nun die technische und fahrplanseitige Umsetzbarkeit einer RE-Verbindung zwischen Gerolstein und Koblenz mit Durchbindung ins Lahntal nach Limburg geprüft werden.

Eckpunkte des Konzepts stellen gute Anschlussverbindungen an den Bahnhöfen Gerolstein (nach Köln/Trier), Andernach (nach Köln) und Koblenz (nach Süden) dar. Unter diesen Voraussetzungen wurde ein Konzept entwickelt, dass die Fahrzeit von Gerolstein nach Andernach mit ca. 1:35 Std., jene bis Koblenz mit ca. 2 Stunden angibt. Hierzu soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf bis zu 80 km/h angehoben werden und nur ausgewählte Halte wie Daun und Ulmen bedient werden.

Dieses neue Konzept ist auch wesentlicher Grund dafür, nun eine neue Untersuchung in Auftrag zu geben. Die bisherigen Annahmen beruhten – wie durch den Eifelquerbahn e. V. bereits im August 2019 mit der Veröffentlichung der Broschüre „Eifelquerbahn – Zahlen, Fakten, Mythen“ dargestellt – auf Zahlengrundlagen und Streckenanforderungen, die in keinem Verhältnis zum verkehrlichen Nutzen gestanden hätten. Dies soll nun korrigiert und mit einer Betrachtung der Gesamtstrecke bis Andernach neu bewertet werden.

Der Eifelquerbahn e. V. begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich und unterstreicht, dass auch die eigenen Überlegungen in vielen Aspekten deckungsgleich sind: Mit einer schnellen Verbindung von der Eifel bis zum Rhein und darüber hinaus umsteigefrei bis ins Oberzentrum Koblenz bestehen die größten Chancen, hier ein attraktives SPNV-Angebot für die Bevölkerung und Touristen gleichermaßen zu schaffen. Die eigenen Überlegungen sind gemeinsam mit hauptberuflichen Verkehrsplanern aus dem Mitgliederkreis entstanden und empfehlen – soweit es die tatsächlichen Fahrzeiten zulassen – möglichst ausgewählte weitere Halte wie Dockweiler, Darscheid und Laubach in das Konzept zu integrieren. Für die auch vom Zweckverband vorgesehenen Begegnungsbahnhöfe Kaisersesch und Daun ist es zudem von elementarer Bedeutung, die lokalen Busangebote mit optimalen Umsteigebeziehungen räumlich und zeitlich an die Züge anzubinden. Somit profitieren nicht nur einzelne Halte von dem neuen Express, sondern eine ganze Region!

Ob zwischen Mayen und Kaisersesch allerdings zusätzlich zum RE eine weitere stündliche Regionalbahn sinnvoll ist, möchte der Verein zur Diskussion stellen. Zielführender erscheint hier die Integration der Haltepunkte Urmersbach und Monreal in die Konzeption des RE. Speziell für Monreal hätte dies einen erheblichen touristischen Mehrwert und zugleich wäre der vom Zweckverband vorgesehene zusätzliche Begegnungsbahnhof dort nicht zwingend erforderlich. Dies senkt die Kosten und ermöglicht zudem die Verschiebung des Haltepunktes um einige Hundert Meter näher an die Ortsmitte heran, wie es schon das erste Gutachten von 1998 empfahl.

„Daher begrüßen wir den Beschluss der Verbandsversammlung zur Optimierung des Angebotskonzeptes, mit der Zielvorgabe, hierdurch die Chancen auf eine erfolgreiche Machbarkeitsstudie zu erhöhen“, so der 1. Vorsitzende, Jens Wießner.

Als wesentliches Merkmal der neuen Untersuchung ist die Ausweitung der Planungen auf die Gesamtstrecke bis hinunter nach Andernach, die ausdrückliche Erwähnung der Untersuchung einer sparsamen Ausstattung der zahlreichen Bahnübergänge sowie der Möglichkeiten für zusätzlichen Güter- und Sonderverkehr zu bewerten.

Wenn diese Pläne für die Eifelquerbahn umgesetzt werden, bedeutet dies einen echten “Quantensprung für den Nahverkehr” in der Vulkaneifel!

Bekommt die Vulkaneifel einen Regional-Express?

Es ist noch gar nicht lange her, da schien das Schicksal der Eifelquerbahn besiegelt: Nach vielen Jahren vergeblicher Bemühungen um eine Reaktivierung der Strecke sollte diese einem Radweg weichen.
 
Doch neue Rahmenbedingungen auf Bundesebene veranlassten die Landkreise Vulkaneifel und Cochem-Zell, die Reaktivierung der Eifelquerbahn wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Hierauf kam im Februar dieses Jahres [1] der Arbeitskreis zur Reaktivierung der Eifelquerbahn in Kaisersesch zusammen. Im Anschluss an die gut zweistündige Sitzung beauftragten die Anrainerkommunen den Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord mit der Prüfung der Reaktivierung im Rahmen der neuen Möglichkeiten des reformierten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG).
 
Am Donnerstag, den 25. Juni 2020, kommt in Koblenz die Verbandsversammlung des Zweckverbandes SPNV Nord zusammen. Unter Punkt 7 des öffentlichen Teils der Versammlung steht der Beschluss zur „Studie Eifelquerbahn“ auf der Tagesordnung [2], hiermit soll eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden. Die Vorlage mit weiteren Details wird erst im Laufe der kommenden Woche auf der Homepage des Zweckverbandes veröffentlicht. Erste Informationen finden sich aber bereits im Ratsinformationssystem der Kreisverwaltung Vulkaneifel [3].
 
So wurde ein Fachbüro mit der infrastrukturellen und fahrplantechnischen Prüfung beauftragt und im Rahmen dieser Prüfung wurden zwei unterschiedliche Angebotsvarianten erstellt.
 
Von Seiten des Zweckverbandes wird hier eine Variante bevorzugt, die eine Ertüchtigung der Strecke auf 80 km/h vorsieht. Im Stundentakt sollen die Haltepunkte Gerolstein, Daun, Ulmen, Kaisersesch, Mayen, Mendig und Andernach bedient werden und über Koblenz eine Durchbindung bis Limburg erfolgen. Hierzu sollen u.a. die Bahnhöfe Daun und Ulmen reaktiviert und Bauwerke instandgesetzt werden.
 
Auch der Gleisoberbau soll ertüchtigt werden. Hierbei sollen auch die durch die Deutsche Bundesbahn reduzierten Kurvenüberhöhungen verbessert werden, denn durch die damalige Reduzierung der Kurvenüberhöhungen wurde die maximal mögliche Kurvengeschwindigkeit reduziert. Des Weiteren sind neue Kreuzungsmöglichkeiten in Monreal und Thür vorgesehen, womit sich die Maßnahmen nicht nur auf den zu reaktivierenden Teil zwischen Kaisersesch und Gerolstein beschränken.
 
Bei den Bahnübergängen soll geprüft werden, ob einige davon aufgelassen werden können, ansonsten ist eine technische Sicherung vorgesehen. Diesbezüglich haben wir auf der Sitzung des Arbeitskreises im Februar angeregt, auch die Wiederherstellung der freien Sicht auf Feld- bzw. Waldwegübergängen zu prüfen. Wie uns vom Eisenbahnbundesamt bestätigt wurde, können schwach frequentierte Feld- und Waldwegsübergänge bei entsprechender Sicht auch ohne technische Sicherung mit 80 km/h gequert werden.
 
Der geplante Anschluss in Gerolstein an den RE 22 nach Trier und Köln, die umsteigefreie Verbindung bis Koblenz bei ca. 2 Stunden Fahrtzeit und die geplante Ertüchtigung auf 80 km/h decken sich weitestgehend mit einem durch Nahverkehrsplaner und Mitglieder des Eifelquerbahn e. V. entwickelten Fahrplanentwurf. Auch wir präferieren einen Entwurf, der eine Fahrzeit von Gerolstein bis Andernach von ca. 1:30 Stunden vorsieht. Von Ulmen nach Kaisersesch käme man in ca. 15 Minuten, Daun erreicht man von Ulmen aus in 12 Minuten und in Mayen wäre man von Kaisersesch aus in ca. 20 Minuten.
 
Im Detail regen unsere Überlegungen an, in Abhängigkeit von der erreichbaren Fahrzeit zwischen den Kreuzungsbahnhöfen nach Möglichkeit die Einrichtung einzelner zusätzlicher Zwischenhalte wie z.B. Darscheid oder Dockweiler zur Erschließung zusätzlicher Fahrgastpotenziale zu prüfen. Der Fokus liegt auch aus unserer Sicht allerdings maßgeblich auf kurzen Fahrzeiten, da dies der entscheidende Hebel für einen guten Kosten-Nutzen-Quotienten in der sog. „Standardisierten Bewertung“ ist.
 
Um auch wieder Güter- (z.B. Holztransporte) und Sonderverkehre durchführen zu können, ist für den reibungslosen Ablauf ergänzend die Wiederherstellung der Kreuzungsmöglichkeit in Dockweiler notwendig.

[1] https://ratsinfo.vulkaneifel.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZafkKyz7WgqZLfJzaxcNFKOsE7v1D43QDDKD4PzNBI3a/NS_6-2-2020_AG_EQB.pdf

[2] https://www.spnv-nord.de/fileadmin/user_upload/zweckverband/versammlungen/sued/63/20200609_TO_63._VBVS.pdf

[3] https://ratsinfo.vulkaneifel.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZfXh_0ghFk0oLb8NDF4fZC2mfU-O_qwDtwkujZAxM-Js/Mitteilungsvorlage_IV-170.pdf

Erste reaktivierte Strecke des SPNV-Nord: Eifelquerbahn feiert Jubiläum

Im Mai 2020 ist es genau 20 Jahre her, dass der Streckenabschnitt zwischen Mayen West und Kaisersesch wieder in Betrieb genommen wurde. Maßgeblich für die Wiederinbetriebnahme waren die damaligen intensiven Vorarbeiten des SPNV-Nord, so dass die heute 140 Jahre alte Strecke durchgängig zwischen Andernach und Kaisersesch befahren werden kann. Und einige Fahrgäste erinnern sich vielleicht noch an die Zeit vor fast 30 Jahren, bevor auf dem Abschnitt Kaisersesch – Gerolstein der Schienenpersonenverkehr eingestellt und durch Busse ersetzt wurde. Viele Bewohner der West- und Vulkaneifel fragten damals „Well’sta verrasen?“ (Willst Du verreisen?) und bekamen immer „Esch fohren mom Zuch off Äsch“ (Ich fahre mit dem Zug nach Kaisersesch) zur Antwort – so wie es ihre Vorfahren Ende des 19. Jahrhunderts voller Stolz auf den neu erbauten Bahnhöfen erwidert haben.

Weiterlesen auf den Seiten des Zweckverbandes SPNV Rheinland-Pfalz Nord

Kreistag Cochem-Zell spricht sich für neuen Anlauf zur Reaktivierung der Eifelquerbahn aus

Nachdem der Vulkaneifel Kreistag einen entsprechenden Beschluss bereits im Dezember 2019 gefasst hatte, spricht sich nun auch der Kreistag in Cochem-Zell für eine Reaktivierung der Eifelquerbahn aus.

Ursprünglich bereits für März 2020 geplant, musste die Entscheidung hierüber durch die Corona bedingte Absage der Kreistagssitzung allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Am heutigen 25. Mai konnte die Sitzung und somit auch die geplante Abstimmung über die Eifelquerbahn endlich nachgeholt werden.

Mit dieser Entscheidung haben sich nun beide betroffenen Kreise für die Wiederaufnahme der Bemühungen zur Reaktivierung der Eifelquerbahn im regulären SPNV ausgesprochen.

Eifelquerbahn und der Tourismus

Schon immer war die Eifel ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel in Deutschland und der Tourismus daher ein wichtiger Wirtschafsfaktor für die Region.

Doch wie überall, so haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch in der Eifel dafür gesorgt, dass dieser Bereich zwischenzeitlich komplett zum Erliegen kam. Mittlerweile hat sich die Lage allerdings soweit verbessert, dass auch der Tourismus in der Region vorsichtig wieder aufgenommen werden kann.

Ob vorbei an den Maaren oder durch die Eifelwälder, über unzählige Wander- und Radwanderwege lässt sich die Region und ihre einzigartige Naturlandschaft erkunden. Wie könnte man einen Ausflug besser ausklingen lassen, als mit einem leckeren Essen in einem der zahlreichen Eifler Gastronomiebetriebe.

Egal ob Bonn, Koblenz, Köln oder Trier, gerade aus den Großstädten nutzen viele Menschen die Möglichkeit für einen Ausflug in die Vulkaneifel. Dabei sind sie allerdings oft auf das Auto angewiesen, denn per Bahn lassen sich weite Teile der Vulkaneifel aktuell nicht erreichen.

Dabei verfügt die Region mit der Eifelquerbahn über die nötige Infrastruktur, um Touristen die Anreise auch mit der Bahn zu ermöglichen, und gerade in Anbetracht des zu bewältigenden Klimawandels spielt das Thema Nachhaltigkeit auch im Tourismus eine immer größere Rolle.

So leistet eine reaktivierte Eifelquerbahn einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigeren Tourismus und Wertschöpfung durch den Tourismus für die Region.

 

Großer Bahnhof in Ulmen

Ungepflegt, so sieht es heutzutage aus, das Ulmener Bahnhofsgelände. Zugewachsene Gleise, kleine Bäume im Schotter und Vandalismusschäden prägen das heutige Bild des Bahnhofs Ulmen.

Doch noch vor wenigen Jahren sah es hier ganz anders aus und das damals top gepflegte Bahnhofsgelände in Ulmen platzte aus allen Nähten.

Anlass waren die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung des für mehrere Millionen Euro umfangreich sanierten Streckenabschnitts Ulmen – Höchstberg – Laubach – Kaisersesch am 26. und 27. April 2008. Dieser Abschnitt befand sich bereits zu DB-Zeiten in einem überaus schlechten Zustand, was schließlich zur Einstellung des Güterverkehrs auf diesem Abschnitt führte.

Dank der auch heute noch vorhandenen umfangreichen Gleisanlagen konnten die zahlreichen Besucher sich nicht nur an den Pendelfahrten von Daun über Ulmen nach Kaisersesch, sondern auch an einer umfangreichen Fahrzeugschau erfreuen.

So präsentierten zahlreiche Unternehmen, wie die Aggerbahn, Brohltalbahn, CFL-Cargo, HGK, Hochwaldbahn, Mittelweserbahn und Vulkan-Eifel-Bahn eine große Auswahl historischer und moderner Fahrzeuge. Auch der damalige Betreiber des Abschnitts Andernach – Kaisersesch, die trans regio, war mit einem auf der Strecke eingesetzten modernen Triebwagen vor Ort.

Auch zahlreiche dampfbespannte Sonderzüge hatten an diesem Wochenende Ulmen als Ziel. So bot sich den Besuchern die Gelegenheit, sich die „Dampfrösser“ einmal aus der Nähe betrachten zu können und die Bekohlung live mitzuerleben. Ausnahmsweise erfolgte die An- und Abreise bei dieser Gelegenheit auch über den Bahnhof Kaisersesch, denn normalerweise blockiert die im Bahnhof installierte Gleissperre die Durchfahrt.

Das Bahnhofsfest in Ulmen ist ein gutes Beispiel dafür, welch‘ enorme Faszination von der Eisenbahn ausgeht und welche Chancen sich hier für den Tourismus bieten.

Es ist an der Zeit, das „Tor zur Stadt“ wieder zu öffnen und die Reaktivierung der Eifelquerbahn weiter voran zu treiben.

“Der Eifelquerbahner” Ausgabe 1/2020, aktuelle Flyer und Plakate erschienen

Die aktuelle Ausgabe 1/2020 unseres Vereinsmagazins “Der Eifelquerbahner” steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

In der neuesten Ausgabe widmen wir uns den, auf Antrag der SPD Vulkaneifel, initierten neuen Bemühungen des Landkreises Vulkaneifel zur Reaktivierung der Eifelquerbahn und dem neuen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), welches diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht hat.

Neben der neuen Ausgabe des Vereinsmagazins sind ab sofort auch unsere neuen Flyer und Plakate verfügbar.

Diese liegen ab dem 17.03.2020 in der Buchhandlung Lese-Ecke in Ulmen zum mitnehmen aus. Ebenfalls können diese per Mail an info@eifelquerbahn.com auch direkt beim Verein bestellt werden.

Download “Der Eifelquerbahner – Ausgabe 01/2020” Querbahner-20-01_DIN-A5_low.pdf – 657-mal heruntergeladen – 4 MB

Plakat

Flyer

Voll elektrisch: Eifelquerbahn auf Elektrifizierungsliste des VDV

Unter dem Titel „Voll elektrisch!“ hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine aktuelle Liste mit Vorschlägen zur Elektrifizierung von Bahnstrecken veröffentlicht, darunter auch zwei Strecken in der Eifel.

Dies ist zum einem die Eifelstrecke von Hürth über Gerolstein nach Trier-Ehrang, mit einer Gesamtlänge von 163 km ist sie eines der größten Projekte in der Liste.

Des Weiteren ist dies die Eifelquerbahn von Andernach über Mayen nach Kaisersesch. Für den noch zu reaktivierenden Teil von Kaisersesch über Ulmen und Daun bis nach Gerolstein schlägt der VDV zwei unterschiedliche Modelle vor.

Einer der Vorschläge sieht eine Elektrifizierung der Gesamtstrecke vor, womit dann insgesamt 93 km unter Fahrdraht lägen.

Als weitere Option wird der Einsatz moderner Batterie-Triebzüge vorgeschlagen. So könnten die Züge zwischen Andernach und Kaisersesch, sowie im Bereich Gerolstein unter Fahrdraht verkehren. Im restlichen Abschnitt würden die Züge dann emissionsfrei im Akkubetrieb verkehren.

Von der Elektrifizierung der Eifelstrecke und der Reaktivierung der Eifelquerbahn würde die gesamte Region profitieren und Gerolstein als Bahnhof an Bedeutung gewinnen.

 

Download “Voll elektrisch! – Broschüre des VDV zur Elektrifizierung von Bahnstrecken” voll-elektrisch_i.pdf – 276-mal heruntergeladen – 3 MB